Förderung für Gastronomie der Familie Arndt

Da bleibt die Kneipe im Dorf

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Der letzte Förderbescheid des Programms soll gleichzeitig der Startschuss für ein weiteres Kapitel sein. Ihn überreichte Detlev Kohlmeier an Lorenzo Arndt und dessen Bruder Vincenzo (v. l.).

MARKLOHE - Von Nikias Schmidetzki. Wer die Gastronomie quasi mit der Muttermilch aufsaugt, der kann wohl gar nicht so viel falsch machen, wenn er in die elterlichen Fußstapfen tritt. Das wenigstens belegt Lorenzo Arndt, der gemeinsam mit Familie und Angestellten seine Erfolgsgeschichte ausbaut.

So hatte er vor Jahren schon aus Schessinghausens Dorfkneipe sein „Vier Jahreszeiten“ gemacht, das nach kurzer Zeit schon so gut lief, dass es an den Wochenenden regelmäßig schwierig ist, noch Platz zu bekommen. Nun expandiert der junge Gastronom. Nicht etwa am selben Standort. Das ehemalige Gasthaus Frank in Marklohe hat er gekauft. Derzeit laufen noch die Bauarbeiten für den regulären Restaurantbetrieb. Den großen Saal für geschlossene Gesellschaften nutzt die Familie schon.

Gestern nun übergab Landrat Detlev Kohlmeier den letzten Bescheid des Förderprogramms proInvest. Gekoppelt ist die Fördermaßnahme, die zu je einer Hälfte aus EU-Mitteln und Geld aus der Kreiskasse besteht, an neue Arbeitsplätze. Von denen soll es gleich mehrere geben. Sechs bis acht, schätzt Lorenzo Arndt. Genau wisse er das noch nicht. Die Gastronomie sei aber nun mal eine sehr personalintensive Branche. So werde sich allein das Küchenvolumen fast verdoppeln. Dass das Programm nach sieben Jahren ausgelaufen ist, bezeichnet Kohlmeier als „sehr bedauerlich“. Mit insgesamt rund 3,3 Millionen Euro haben Kreis und EU heimischen Unternehmern unter die Arme gegriffen.

Es ist in erster Linie ein Schritt in die räumliche Unabhängigkeit, erklärt Inhaber Lorenzo Arndt. Stand ihm bislang am alten Standort Platz für 90 Gäste zur Verfügung, können den Saal in Marklohe bis zu 250 nutzen. Folgen soll im Februar auch der Restaurantbetrieb. Noch ist dort Baustelle, schon heute herrsche aber eine rege Nachfrage, hat Lorenzos Bruder Vincenzo beobachtet: „Da ist viel Dankbarkeit, dass wieder Leben hier ist.“ Er wird das Markloher „Vier Jahreszeiten“ leiten. Seiner Aussage pflichtet auch Christian Alvermann, Wirtschaftsförderer „Links der Weser“, bei. „Das ist ein sozialer Treffpunkt“, sagt er. Dabei nehmen die Arndt-Brüder, zu denen auch noch Angelo gehört – ebenso wie Mutter Marianna und Lorenzos Partnerin Eva Döppengießer, den Begriff Kneipe als überhaupt nicht abwertend hin. Im Gegenteil: „Wir wollten ein Konzept, das Jung und Alt zusammenbringt“, sagt Lorenzo. Das sei gelungen, meint er heute. Und auch die Entwicklung im ehemaligen Gasthaus Frank gehe in diese Richtung. Er habe eigentlich gar nicht geplant gehabt, schon jetzt so viele Feiern in seinem zweiten Gasthaus zählen zu dürfen. Es sind aber eben die Weihnachtsfeiern und andere Zusammenkünfte, die sich nach einer Kneipe im Dorf umgesehen hätten. Sie alle freuen sich nun, sagt auch Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt: „Das ist eine Bereicherung, dass Sie hier hergekommen sind.“

Profitieren können möglicherweise auch diejenigen, die weiter nach Schessinghausen fahren wollen. Dort besteht vielleicht wieder die Chance, spontan Essen gehen zu können – auch am Wochenende.

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