Posaunen jubilieren zum Geburtstag

Loccum: Posaunenchor und Besuchskreis machen „Musik gegen Isolation

Eine Frau spielt Trompete, eine andere singt.
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Bringt Freude in die Häuser – auch wenn es vor den Häusern geschieht: Susanne von Stemm bläst Posaune, Corinna Diestelkamp singt das Ständchen dazu. 

Loccum - Manchen wundert es: Was machen Posaunenbläser auf Loccums Straßen? Die Antwort ist einfach: Sie spielen gegen Isolation. „Musik gegen Isolation“ – so nennen Bläser aus Loccums Posaunenchor das, was sie seit April nicht in, aber an die Häuser bringen.

„Danke!“ Heide Helms sagt das mehr als einmal. Es ist ihr 80. Geburtstag. Und die Geburtstagsgesellschaft ist klein. Kleiner, als sie ursprünglich geplant hatte. Danke sagt sie für die Posaunentöne, die Susanne von Stemm und Jakob Dally vor ihrem Haus erklingen lassen. Glückwünsche zum Ehrentag. Loccums Pastorin Corinna Diestelkamp singt dazu und gratuliert im Namen der Kirchengemeinde. Zwei Enkel von Heide Helms kuscheln sich an sie, während sie in der geöffneten Tür sitzt. Ihr Mann steht hinter ihr. Den klingenden Gruß hätten sie ohne die Pandemie nicht bekommen.

Zu anderen Zeiten klingelt der Loccumer Besuchskreis zum Gratulieren an den Türen. Ab dem 80. Geburtstag und im fünfjährigen Rhythmus. Sollte das einfach ausfallen? Wegen Corona? Besuchskreis und Posaunenchor taten sich zusammen – und seit April stehen sie mit zwei Bläsern und einem Gratulanten vor den Türen, spielen vier, fünf Stücke. „Zweimal pro Woche“, sagt Corinna.

Freude und Rührung: Heide Helms nimmt den klingenden Geburtstagsgruß entgegen – mit viel Abstand.

So oft ist die Gruppe im Einsatz. Und sät nicht nur Freude, sondern erntet auch: Wenn eine Jubilarin sich die Tränen aus den Augen reibt und die Lieder mitsingt. Wenn jemand vom Balkon ungläubig fragt: „Für mich?“ „Selten gab es so viel Rührung bei Geburtstagsbesuchen!“, sagt Corinna Diestelkamp.

Zum Abschied erzählt sie Heide Helms von den Plänen für die Weihnachts-Gottesdienste. Die sollen an vielen Orten in Loccum als Andachten in kleinerem Kreis gefeiert werden. Satt eines großen Gottesdienstes, bei dem womöglich viele Menschen nicht in die Kirche kommen könnten. Und davon, dass ein Krippenspiel aufgezeichnet und Heiligabend online gestellt wird. „Das sehe ich mir an“, sagt das Geburtstagskind.

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