Massive Schäden: Nienburger Kreuzkirche noch auf unbestimmte Zeit geschlossen

Dachsanierung in der Warteschleife

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Frank-Peter Schultz (l.) und Friedrich Hockemeyer besprechen die notwendigen Sanierungsmaßnahmen in der Kirche. Für die Öffentlichkeit ist sie seit fünf Monaten gesperrt.

NIENBURG von Leif Rullhusen. Fehlende Dübel, geborstenes und gerissenes Holz: Massive Schäden am Dachstuhl der Kreuzkirche führten im vergangenen Sommer zu deren Schließung. „Die Situation ist mittlerweile prekär“, klagt Kreuzkirchen-Pastor Frank-Peter Schultz jetzt – fünf Monate später.

NIENBURG von Leif Rullhusen. Fehlende Dübel, geborstenes und gerissenes Holz: Massive Schäden am Dachstuhl der Kreuzkirche führten im vergangenen Sommer zu deren Schließung. „Die Situation ist mittlerweile prekär. Wir weichen mit Gottesdiensten, Krippenspielen und Taufen ständig aus“, klagt Kreuzkirchen-Pastor Frank-Peter Schultz jetzt – fünf Monate später. Die Taufen in seiner Gemeinde seien seit der Schließung des Gotteshauses zum Beispiel stark zurückgegangen. „Die Menschen warten ab. Die wollen sich eben lieber in einer richtigen Kirche taufen lassen“, erklärt Schultz.

Darauf werden sie aber wohl noch eine Weile warten müssen. Denn ein schneller Beginn der Sanierungsarbeiten ist derzeit nicht absehbar. „Dazu muss das Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche grünes Licht geben und die ist personell zur Zeit überlastet“, berichtet Schultz. Immerhin hat sie bereits den Nienburger Baustatiker Friedrich Hockemeyer mit einer Bestandsaufnahme und Lösungsideen beauftragt. Ein Ergebnis seiner Analyse betrifft die in diesem Zusammenhang in die Kritik geratene Photovoltaik-Anlage, die die Kirchengemeinde vor acht Jahren auf dem Kirchendach installieren ließ. Hockemeyers Berechnungen ergeben, dass die maximal zulässige Belastung des Daches auch mit dem Sonnenstromlieferanten unterschritten wird.

Vielmehr ist wohl schon beim Bau des Gotteshauses vor 50 Jahren ordentlich geschlampt worden. „Das für die Fachwerkbinder verwendete Holz wurde vor dem Einbau nicht getrocknet“, nennt der Fachmann einen Grund für die Schäden. Deshalb habe es sich später zusammengezogen und sei an vielen Stellen gebrochen. Das Fehlen sogenannter Geka-Dübel – laut Schultz fehlt ein Drittel dieser immens wichtigen Verbindungen – bezeichnet Hockemeyer als „verantwortungslos“. Neben diesen konstruktiven Problemen fehle auch noch die komplette Isolierung des Daches.

Eine Beseitigung der Schäden sei möglich, beruhigt der Ingenieur. Wenn sich die Abstinenz der Dübel bestätige, müssten diese ausnahmslos nachgerüstet werden. Zudem müsse das gebrochene und geborstene Holz der Dachkonstruktion ausgetauscht werden. Weiterhin will Hockemeyer konstruktive Schwachstellen des Dachstuhls durch Verstärkungen an jedem der insgesamt 14 Fachwerkbinder mit sogenannten Baufurnierplatten eliminieren. Ein immenser Aufwand, für den die gesamte innenliegende Verschalung entfernt werden muss. Das marode Dach ist nicht das einzige Problem, mit dem Schultz kämpft. Seit annähernd acht Jahren schweigen nämlich die Kirchenglocken. Durch Konstruktionsfehler verursachte das Geläut Risse im Glockenturm. Schultz hofft, dass beide Mängel in diesem Jahr – es ist schließlich der 50. Geburtstag der Kreuzkirche – beseitigt werden.

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