Ministerpräsident bei landeskirchlichem Treffen im Kloster Loccum

McAllister lässt bei Empfang die Tagespolitik außen vor

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Gespräch über Konfessionen hinweg: Bischof Norbert Trelle (l.) mit Abt Horst Hirschler. ·

Nienburg - Von Beate Ney-JanßenLOCCUM · Der Ministerpräsident ist zu spät eingetroffen, das Mikrofon kurz vor den Schlussworten ausgefallen – alles andere ist beim Neujahrsempfang der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover im Kloster Loccum eitel Sonnenschein gewesen.

Keine Aussagen zu tagespolitischen Themen vom Ministerpräsidenten bei diesem Empfang – die Teile seiner Rede, die sich doch eigentlich mit solchen Dingen befassen sollten, übersprang David McAllister einfach und konzentrierte sich stattdessen auf fünf Punkte im Verhältnis von Staat und Kirche. Wahlkampf, meinte er, werde in den kommenden zwölf Tagen noch genug gemacht.

Dabei hatten eigentlich immer und traditionell die Ministerpräsidenten das Forum dieses Empfangs genutzt, um ihre Erfolge aus dem zurückliegenden Jahr darzustellen und zu bekunden, was sie sich für das neue Jahr vorgenommen haben.

Eine menschliche Flüchtlingspolitik sei das, wofür er eintrete, führte McAllister aus – wohl auch im Hinblick darauf, dass es eben die Flüchtlingspolitik dieser Landesregierung war, die in den zurückliegenden Jahren manches Mal in der Öffentlichkeit stark kritisiert wurde.

Der Religionsunterricht solle konfessionsgebunden bleiben und der Schutz bedrängter religiöser Minderheiten, zu denen auch in vielen Teilen der Welt Christen zählten, ein Thema sein, das in 2013 ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen müsse.

Hannover bezeichnete er als „Hauptstadt des Protestantismus“, was zu seiner Freude noch dadurch verstärkt werde, dass die „Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen“ ihren Sitz im Jahr 2014 von Genf in Niedersachsens Hauptstadt verlegen werde.

Und schließlich bekräftigte McAllister, dass er sich – wie berichtet – für den 31. Oktober 2017 als einmaligen Feiertag einsetzen wolle, den Reformationstag im Luther-Jahr. Falls sich dieser Feiertag bewähre, werde er sich dafür stark machen, die alte Tradition dieses Feiertages fortzuführen – wofür er Applaus aus den Reihen der Gäste bekam.

Sprache als Leitwährung

für den Gemeinsinn

Nach Kaffee und Butterkuchen im alten Speisesaal der Mönche des ehemaligen Zisterzienserklosters hörten die 150 Gäste aus Kirche, Politik und Wirtschaft anschließend die Rede von Landesbischof Ralf Meister. Das Nachdenken über die Situation habe bei diesem Empfang Tradition, sagte dieser, und konzentrierte sich auf die Sprache als Leitwährung für den Gemeinsinn einer Gesellschaft.

Letztlich gründe eine Gemeinschaft auf dieser ersten Erfindung der Menschheit. Bereits Konfuzius habe auf die Frage, womit er anfangen würde, wenn er ein Land zu verwalten hätte, geantwortet, dass er den Sprachgebrauch verbessern würde. Wenn die Sprache nicht stimme, dann sei das, was gesagt werde, nicht das, was gemeint sei – was letztlich auch Auswirkungen auf Kunst, Moral und Justiz in einem Land habe.

Sprache müsse der Wahrheit verpflichtet bleiben und zur Wahrheit gehöre Verlässlichkeit, sagte Meister weiter, um den Bogen zum Jubiläum des Klosters Loccum zu schlagen. Das wird am 21. März beginnen und steht unter dem Motto „Wort halten“.

Dass der Abt des Klosters, Horst Hirschler, seine Einladung an die Gesellschaft zur Teilnahme am Stundengebet in der jüngst wiedereröffneten Klosterkirche mit der Hoffnung verband, diese Gäste in diesem Jahr häufiger in Loccum zu sehen, versteht sich nahezu von selbst – ein Jubiläum über sieben Monate mit mehr als 100 Veranstaltungen von mittelalterlichen Märkten über Lesungen bis zu einem Open Air mit Mousse T. bietet dafür viele Gelegenheiten.

Quelle: kreiszeitung.de

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