Schwindelfreiheit und Schulabschluss sind Voraussetzungen für Dachdecker-Lehre

Mehr als nur ein „Dach dicht machen“

Den fachgerechten Umgang mit Schieferplatten lernen Auszubildende im Dachdeckerhandwerk. ·
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Den fachgerechten Umgang mit Schieferplatten lernen Auszubildende im Dachdeckerhandwerk. ·

Hoya - Von André Steuer. Hoch hinaus traut sich nicht jeder. „Schwindelfrei sollte man aber schon sein“, sagt Bernd Voss, Chef der Wecholder Firma Voss-Bedachungen. Allerdings ist ein Dachdecker nicht nur in schwindelerregenden Höhen unterwegs. Das Berufsbild ist sehr vielfältig, und es gehört mehr dazu, als nur ein „Dach dicht zu machen“.

Mal geht es auf ein Flachdach, dann steht wiederum der Ausbau eines Dachgeschosses mit Wärmedämmung an, und auf der nächsten Baustelle wird eine Fassadenverkleidung angebracht. „Diese Vielseitigkeit macht das Berufsbild des Dachdeckers aus“, sagt Voss. Zurzeit lernen drei Auszubildende bei ihm den Beruf und sind bei allen Einsätzen mit dabei.

Bevor die einzelnen Teams auf den Baustellen starten, gilt es erst einmal, die anstehenden Arbeiten zu planen und das benötigte Material zusammenzustellen. In einigen Fällen stellen die Auszubildenden vorher in der Werkstatt die notwendigen Komponenten zusammen, bevor sie sie beim Kunden aufbauen. Die dabei anfallenden Arbeiten, zum Beispiel Holzzuschnitt, Löten und Nieten, aber auch Schweißen, Bohren und Bördeln, lernen die jungen Erwachsenen von Grund auf. Auch der sachgerechte und sichere Umgang mit Maschinen und Werkzeugen ist ein wichtiger Bestandteil der Lehre.

Im Lauf der dreijährigen Ausbildung erfolgt der fachtheoretische Unterricht in der Berufschule. Dabei stehen unter anderem Mathematik und Technisches Zeichnen auf dem Stundenplan. In überbetrieblichen Lehrgängen geht es an zwei Terminen für jeweils eine Woche in den Harz.

Bei Bernd Voss lernen die angehenden Dachdecker nicht nur draußen im Sommer: In den Wintermonaten üben sie an Modellen und besuchen darüber hinaus Lehrgänge der Dachdeckerinnung. „Mir ist es wichtig, dass meine Auszubildenden gute Facharbeiter werden“, sagt Voss. Er bietet seinen Lehrlingen sogar die Möglichkeit zu einem Auslandseinsatz. „Das ist für die Jugendlichen eine ganz besondere Erfahrung.“

Im ersten Lehrjahr lernen die Auszubildenden unter anderem, welche Formen von Schiefer, Dachplatten und Schindeln es gibt und wie sie verarbeitet werden. Außerdem erfahren sie alles über die Herstellung von Holzverbindungen und -befestigungen.

Im zweiten Jahr üben die Lehrlinge, wie sie Teilbereiche von Dach- und Wandflächen fachgerecht eindecken und wie sie Holzkonstruktionen für Dachstühle oder Fachwerkwände herstellen können.

Auch unterschiedliche Arten der Dachbegrünung sind Teil des Lehrplans. Das Einrichten und Sichern einer Baustelle, vom Aufbau der Arbeits- und Schutzgerüste bis hin zur Bereitstellung der Werkzeuge, Geräte und Maschinen, ist ebenfalls ein wichtiger Ausbildungsbestandteil. „Sicherheit geht immer vor“, sagt Voss.

Im Alltag bei der Wecholder Firma sind die Auszubildenden auf Baustellen zwischen Hamburg, Oldenburg und Bremen unterwegs. Das Aufgabenspektrum schließt auch die Montage von Solaranlagen und die Bauklempnerei mit ein. „Unter den Begriff Bauklempnerei fallen alle Arbeiten, die mit Blechen und Zinkrohren, wie sie für Regenrohre verwendet werden, zu tun haben“, erklärt Voss.

Wer bei Bernd Voss in die Lehre gehen möchte, dem rät er zunächst zu einem Praktikum. „Dabei kann man sich am besten kennenlernen“, erklärt der Chef, der eine abgeschlossene Schulausbildung voraussetzt.

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