Umweltausschuss tagt am Donnerstag

Mehr Schutz für Fledermaus und Co.

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Weißstorche fühlen sich im EU-Vogelschutzgebiet „Wesertalaue bei Landesbergen“ besonders wohl.

Landkreis - Von Robin Grulke. Steinbeißer, Fischotter und Bechsteinfledermaus haben etwas gemeinsam: Die Tiere fühlen sich im Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Fledermaus-Lebensraum bei Rodewald“ wohl. Weil dort geltende Vorschriften an EU-Richtlinien angepasst werden sollen, will der Landkreis das Gebiet mit ins Schutzgebietsnetz Natura 2 000 aufnehmen. Die Änderung steht neben anderen auf der Tagesordnung des Ausschusses für Landschaftspflege, Natur und Umwelt morgen um 15 Uhr im Forum der Landkreis-Außenstelle an der Rühmkorffstraße.

Nach den Vorgaben der EU muss der vorhandene Schutzstatus der FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) verbessert werden. Dazu gehört der „Fledermaus-Lebensraum bei Rodewald“ (FFH 444), der innerhalb des künftigen, 388 Hektar großen LSG „Fledermaus-Lebensraum in der Alpeniederung“ liegt. Für den Bereich des FFH-Gebiets wird eine neue Verordnung erarbeitet, und im Gültigkeitsbereich dieser Verordnung tritt das alte LSG außer Kraft.

Verordnung lag einen Monat lang aus

Der Landkreis hatte die Verordnung im Januar öffentlich ausgelegt, woraufhin zahlreiche Hinweise und Bedenken eingingen. Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser hatte beispielsweise kritisiert, dass die Planungen die Weiterentwicklung der Flächen aus landwirtschaftlicher Sicht erschwerten. Das sieht der Landkreis anders: Da das Gebiet aber seit 1968 fast vollständig im Landschaftsschutzgebiet liegt, führte die Verwaltung aus, dass die Bewirtschaftung der Ackerflächen nicht weiter eingeschränkt werde.

Ein pauschales Verbot von Reusen wurde von der Landwirtschaftskammer beanstandet, da es inzwischen Ausstiegshilfen für Fischotter gäbe. Weil im Gebiet jedoch keine Berufsfischerei ausgeübt wird und in den Gewässerordnungen ohnehin die Verwendung von Reusen untersagt ist, hält der Landkreis am Verbot fest. Der Landessportbund begrüßte schließlich ausdrücklich eine Verordnung, „die einen naturverträglichen Sport zulässt“.

Für die Beschilderung des neuen LSG fallen Kosten in Höhe von rund 5 000 Euro an.

Das FFH-Gebiet „Teichfledermaus-Gewässer im Raum Nienburg“ und das EU-Vogelschutzgebiet „Wesertalaue bei Landesbergen“ sollen unter dem Naturschutzgebiet „Domäne Stolzenau/Leese“ zusammengefasst werden. Dort sollen künftig auf einer Fläche von 291 Hektar unter anderem Kormorane, Weißstorche und Teichfledermäuse besonders geschützt werden.

Bergbauamt fürchtet enorme Einschränkung

Der Nabu Kreisverband Nienburg/Weser wies darauf hin, dass der Goldregenpfeifer, der in der Beschlussvorlage aufgeführt werde, gar nicht in dem Gebiet lebe. Weil er sich dort aber wieder niederlassen können soll, bleibt er in der Verordnung genannt.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie stellte hingegen eine erhebliche Einschränkung des Rohstoffabbaus im Bereich Stolzenau/Leese fest. Allerdings betreffe das nur eine generelle Erlaubnis: Die Weiternutzung bereits bestehender Betriebsstätten sind freigestellt.

Darüber hinaus sollen die Ausschussmitglieder über die Planung eines neuen LSG „Münchehägener Forst“ beraten. Die Fläche bildet den nördlichsten Ausläufer des Schaumburger Waldes und soll zukünftig einen Teil des grenzübergreifenden Vogelschutzgebiets „Schaumburger Wald“ in der Stadt Rehburg-Loccum sichern. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen.

Weitere Bedenken und Hinweise von Dritten können den Sitzungsanlagen im Ratsinformationssystem des Landkreises entnommen werden.

Quelle: kreiszeitung.de

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