Kirchengemeinde St. Martin bietet Memoriam-Garten an 

Garten als letzte Ruhestätte - Neue Bestattungskultur im Leintor

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Barrierefrei erreichbar und ansprechend ist der neue Memoriam-Garten, der zwischen bestehenden Grabstellen auf dem Nienburger Leintor-Friedhof angelegt wird.

Nienburg - Einen würdevollen Ruheort, mit dem Angehörige keine Arbeit haben – das bietet der neue Memoriam-Garten, der jetzt auf dem Leintor-Friedhof entsteht. Damit möchte die Kirchengemeinde St. Martin eine Alternative zu anonymen Grabstellen oder Rasengräbern anbieten, die immer häufiger gewählt werden.

 „Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert“, sagt Birgit Graue von der Friedhofsverwaltung St. Martin, die für die Friedhöfe in den Nienburger Ortsteilen Nordertor und Leintor zuständig ist. Aus Bequemlichkeit oder finanziellen Gründen werden vermehrt Rasengrabstellen gekauft. 

Nicht jeder Angehörige könne sich schließlich um die Grabpflege kümmern. „Viele wissen aber auch nicht, dass es bei uns in der Stadt weitere Bestattungsformen ohne Pflegeaufwand gibt“, erklärt Graue. 

Eröffnung am 24. Oktober, 16 Uhr auf dem Leintor-Friedhof

Daher lädt die Kirchengemeinde am Donnerstag, 24. Oktober, um 16 Uhr zu Eröffnung des Memoriam-Gartens auf dem Leintor-Friedhof ein.

Dort wird das Konzept vorgestellt, das eine ganz neue Bestattungsform bietet. Dieser Garten der Erinnerung ist frei von starren Abgrenzungen der einzelnen Grabstätten. Grabgestaltung sowie Denkmale bilden eine harmonische Einheit, in einer gartenähnlichen Atmosphäre. 

Die Hinterbliebenen werden von der Last der Grabpflege durch eine Dauergrabpflege des gesamten Gartens entbunden. Ungepflegte Grabstätten werde es daher innerhalb dieser Anlage nicht geben. „Damit ist der Garten auch eine schöne Alternative zu Rasengräbern, die durchaus auch unter trockenen Sommern leiden können“, erklärt Graue. Eine persönliche Gestaltung ist dadurch allerdings ausgeschlossen.

Keine Arbeit für Angehörige 

Verantwortlich für die Bepflanzung ist innerhalb des Gemeinschaftsprojektes die Friedhofsgärtnerei „Alles rund ums Grab“ von Sandra Meyer. Sie hat den Memoriam-Garten in den vergangenen Wochen angelegt. 

Meyer ist auch verantwortlich für die Gestaltung einer ähnlichen Anlage auf dem Nordertor-Friedhof, die bereits seit zwei Jahren besteht. „Wir haben bereits viele positive Rückmeldungen dazu erhalten. Ich finde es gut, dass jetzt auch im Leintor ein solcher Ort entsteht“, sagt die Gärtnerin, die sich auch weiterhin um die Pflege kümmern wird.

Ebenfalls bei dem Projekt dabei ist der Steinmetzbetrieb Kohlschmidt Grabmale und die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. 

Denn anonyme Gräber gibt es auf den kirchlichen Friedhöfen nicht. Bei jeder Bestattung kommt ein Name in der Anlage auf den entsprechenden Grabsteinen dazu. Die Treuhandstelle sorgt dafür, dass die Pflege für die Dauer der Ruhezeit gewährleistet ist.

Barrierefreie Grabstelle

Birgit Graue und ihr Team sind froh darüber, das neue Angebot nun eröffnen zu können. „Wir hatten schon einige Anfragen dazu. Es gibt diese Bestattungskultur zwar bereits im Nordertor, aber die Menschen wünschen sich eine Grabstelle in ihrer Nähe, die auch barrierefrei erreichbar ist“, berichtet Graue.

Zudem ermöglicht der Memoriam-Garten sowohl Urnen- als auch Erdbestattungen mit einem Sarg. Damit gibt es keine Einschränkungen im Vergleich zu klassischen Gräbern. Sogar Doppelgräber für Paare und Familien werden angeboten. Durch die Dauerpflege ergeben sich jedoch höhere Kosten.

Wer sich selbst ein Bild von der neuen Bestattungskultur machen möchte, ist bei der Eröffnung am 24. Oktober willkommen. Die Friedhofsverwaltung ist zudem erreichbar unter Tel. 0 50 21/91 63 20.

jom

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