Bürgermeister Hennig Onkes präsentiert Wissensburg

Ministerpräsident beeindruckt von Nienburger Projekten

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Nienburg - Von Johanna Müller und Max Brinkmann. Stephan Weil wird die Stadt Nienburg wohl nicht so schnell wieder vergessen – und das nicht nur, weil seine Schwiegereltern aus der Region kommen. Sichtlich beeindruckt zeigte sich der Ministerpräsident von den aktuellen Projekten, die ihm Bürgermeister Henning Onkes am gestrigen Freitag präsentiert hat. Der Verwaltungschef nutzte die Stippvisite des Ministerpräsidenten geschickt, um für seine Stadt und Pläne zu werben.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich der Ministerpräsident von den aktuellen Projekten, die ihm Bürgermeister Henning Onkes am gestrigen Freitag präsentiert hat. Der Verwaltungschef nutzte die Stippvisite des Ministerpräsidenten geschickt, um für seine Stadt und Pläne zu werben.

Stadt profitiert von Polizeistudenten

Doch zunächst sprach Onkes dem SPD-Politiker seinen Dank aus. Von der Entscheidung, die Ausbildung der Polizisten in Niedersachsen zu verstärken, habe Nienburg enorm profitiert. „Junge Menschen tun einem Mittelzentrum wie unserem gut.

Ich bin der Meinung, sie stabilisieren die Gesellschaft“, erklärte Onkes. Schließlich würde es viele Schulabgänger in große Städte ziehen, da seien die Polizeistudenten ein willkommener Ausgleich. Aber auch für die finanziellen Hilfen, die Nienburg für Sekundäre Integration von Flüchtlingen zugesprochen wurden, dankte der Bürgermeister – nicht ohne die Bitte auszusprechen, dass Nienburg von diesen auch weiterhin profitiert. Der Landeschef zeigte sich davon überrascht, dass die Weserstadt überhaupt diese Förderung erhalten hat, freute sich aber für Nienburg.

Interessiert wirkte der Ministerpräsident, der gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers und dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (beide SPD) in die Kreisstadt gekommen war.

Ob der Bürgermeister das Klima in Nienburg als entspannt bezeichnen würde, fragte Weil. „Es gibt auch eine Reihe negativer Bemerkungen. Daher müssen wir vor die Themen kommen“, gab Onkes zu. Außerdem interessierte den Landeschef, wie es um den Wohnungsmarkt der Stadt stehe. Hier hatte Onkes eine klare Antwort parat: „Ich bezeichne den Wohnungsmarkt als angespannt.“ Dies habe vor drei Jahren zwar noch anders ausgesehen. Aktuell sei die Wohnungsknappheit jedoch eine große Herausforderung für Politik und Verwaltung, erklärte Onkes. Er selbst geht davon aus, dass seine Stadt 200 Wohneinheiten pro Jahr braucht.

Weil sieht Wachstum positiv

Als ehemaliger Bürgermeister kann Weil diese Sorgen nachvollziehen, erklärte er. Allerdings sprach er dem Verwaltungschef Mut zu, denn: „Das sind gute Probleme, weil Sie mit Wachstum statt mit Rückgang umgehen müssen.“

Aus der Landespolitik hatte Weil schließlich noch einen Hinweis für die Kommune: Umwelt- und Bauminister Olaf Lies arbeite aktuell an einem Bündnis für bezahlbaren Wohnraum. Mehr dazu soll im November präsentiert werden. Eventuell würde auch das städtische Wohnungsunternehmen GBN davon profitieren.

Doch nicht nur der Wachstum beschäftigt die Verwaltung. Auch das Miteinander der Nienburger steht auf der Agenda des Bürgermeisters. Um dies zu verstärken, sollen im Stadtgebiet Begegnungsorte geschaffen werden. An vier der fünf Nienburger Grundschulen sieht Onkes solche Orte und hat den Ministerpräsidenten mit seiner Idee direkt angesteckt. „Ich komme in fünf Jahren wieder und frage, was daraus geworden ist“, sagte Weil spontan.

Stephan Weil besucht Unternehmen im Landkreis

Im Rahmen des Besuchs von Minsterpräsident Weil erhielt auch das Herzensprojekt des Bürgermeisters – die sogenannte Wissensburg, in der Stadt- und Kreisarchiv sowie die Stadtbibliothek einen Platz finden sollen – einen „Werbeblock“, wie der Vorsitzende des zuständigen Kulturausschusses, Horst Prüfer (SPD), treffend formulierte. Prüfer selbst erläuterte seinem Parteifreund die Situation. Sowohl die Archive als auch die Bibliothek müssten in absehbarer Zeit verlegt werden.

Da mehrere Anträge auf Förderungen scheiterten, soll nun eine Stadtsanierung den Bau der Wissensburg ermöglichen. Weil war sehr angetan von dem Projekt, das auch ein Ort der Begegnung sein soll. Als er dann noch vom sogenannten Bildungscampus hörte, den der Landkreis zwischen IGS und BBS plant, blieb dem Ministerpräsidenten nur ein Fazit zu siehen: „Was in Nienburg alles los ist.“ Damit hatte er wohl nicht gerechnet.

Am frühen Nachmittag hatte er in Landesbergen noch so einen „Aha“-Moment, als er das Gründerzentrum der Firmengruppe Heineking besuchte und mit Geschäftsführer Ralf Heineking sprach. Er und sein Team stellten dem Ministerpräsidenten ein großes neues Projekt vor.

„Treox“ achte Jahre perfektioniert

Acht Jahre Entwicklungszeit sei, laut den Mitarbeitern, hineingeflossen um „Treox“ zu perfektionieren. Dabei handelt es sich um ein Desinfektionsmittel. Soweit, so unspektakulär. Doch als Weil folgenden Fakt hörte, war er von dem Konzept begeistert: „Treox verzichtet komplett auf Chemie.“ Um das zu beweisen, sprühte sich einer der Entwickler sogar einen Spritzer in den Mund. „Das ist total ungefährlich“, versicherte Heineking.

Stephan Weil besuchte am Freitag auch die Firmengruppe Heineking.

„Durch den kompletten Verzicht auf petrochemische Inhaltsstoffe und der Verwendung natürlicher Zutaten haben wir es geschafft, Produkte für ein gesünderes Leben zu entwickeln“, heißt es auch auf der Website . Aber das neue Desinfektionsmittel war nicht das einzige was Weil überraschte. Als Heineking erzählte, dass er trotz seiner Tätigkeiten als Geschäftsführer nebenbei noch Philosophie in Hannover studiert, konnte Weil es nicht glauben. „Ich bin im sechsten Semester, aber dadurch, dass ich nur zwei halbe Tage pro Woche hingehe, komme ich mir eher vor wie im dritten“, scherzte der Geschäftsführer

Am Ende des Gesprächs zeigte Weil sich begeistert: „Das ist bereits die dritte oder vierte tolle Geschichte, die ich heute höre.“ Er scheint den Landkreis Nienburg gern besucht zu haben.

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