Segelflugverein bemüht sich um Sonderzulassung

Ein Motorflugplatz für Hoya?

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Derzeit starten und landen in der Winterpause auf dem Hoyaer Flugfeld nur Schwäne.

Hoya - Von Michael Wendt. „Der Segelflugverein Hoya will seine Landebahn verändern, um eine Sonderzulassung für Motorflugzeuge zu bekommen – das hat man uns als Stadt mitgeteilt“, sagte Stadtdirektor Detlef Meyer kürzlich in einer Hoyaer Ratssitzung. Wird aus dem Segelflugplatz also demnächst ein Motorflughafen? „Nein!“, sagt Carsten Niemeyer. Auf Nachfrage unserer Zeitung schildert der Vorsitzende des Segelflugvereins, was hinter den Plänen steckt.

„Wir wollen keine Veränderung des Flugbetriebs“, betont Niemeyer. Aber wozu dann das Ganze? „Wir wollen bei Planungsverfahren besser sichtbar sein“, sagt der Vereinsvorsitzende und erklärt: „Uns ist es sauer aufgestoßen, dass wir bei den Planungen der Firma Tennet gar nicht aufgefallen sind.“ Gemeint ist: Als der Stromnetzbetreiber vor einigen Jahren die möglichen Verläufe für die Stromleitung „SuedLink“ plante, schlug er unter anderem einen Trassenverlauf zwischen Hoya und Hassel vor. Das hätte den Segelflugbetrieb erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. In den für solche Planungen verwendeten Karten ist der Platz laut Carsten Niemeyer als solcher nicht zu erkennen. Auch für die Planer von neuen Windkraftanlagen sei er „unsichtbar“. Das würde sich ändern, wenn das Gelände formal eine Kategorie höher als „Sonderlandeplatz“ eingestuft würde.

Nun können „Sonderlandeplätze“ vieles sein, erklärt Niemeyer. Zum Beispiel sei der Airbus-Werksflughafen in Hamburg-Finkenwerder als solcher deklariert – und dort starten und landen täglich rund ein Dutzend Flugzeuge bis hin zum A 380. Keine Frage: Das größte Passagierflugzeug der Welt (Startgewicht: 560 Tonnen) würde im Hoyaer Marschboden augenblicklich bis zum Rumpf versinken.

Bereits in Hoya stationiert: Ultraleichtflugzeuge

Folglich strebt der Segelflugverein eine andere Kategorisierung innerhalb der „Sonderlandeplätze“ an: für Flugzeuge bis zu zwei Tonnen Gewicht. „Mehr trägt der Boden auch nicht“, sagt Niemeyer, betont aber noch mal: „Wir wollen kein Motorflugplatz werden.“ Die Flugzeughalle sei eh voll und eine zweite wohl kaum genehmigungsfähig, weil der Flugplatz im Überschwemmungsgebiet der Weser liege.

Der Verein werde auch kein weiteres Motorflugzeug am Platz stationieren, sagt Niemeyer. Derzeit steht dort nur ein Motorsegler für das Schleppen von Segelflugzeugen (die in der Regel aber per Seilwinde in die Höhe gezogen werden). Außerdem bereits in Hoya stationiert: Ultraleichtflugzeuge. Für ihre Starts und Landungen ist der Platz zugelassen.

Bereits jetzt dürfen darüber hinaus auch andere Motorflugzeuge in Hoya landen. Dafür bedarf es jedoch jeweils einer Sondergenehmigung. Das würde sich mit einer Aufwertung zum „Sonderlandeplatz“ ändern. „Das könnte einen positiven Effekt für die hiesigen Firmen haben“, sagt Niemeyer. Zum Beispiel bei der Lieferung von Ersatzteilen oder bei dringenden auswärtigen Einsätzen von Mitarbeitern. Niemeyer schränkt aber sogleich ein: „Der Platz ist ja nicht ständig geöffnet. Deshalb wird es auch kein ständiges Start- und Landerecht geben.“ Geöffnet ist der Segelflugplatz in der Saison an Wochenenden. In Herbst und Winter ruht der Betrieb.

Aktuell steckt der Segelflugverein laut Niemeyer erst in den Vorplanungen. Die förmliche Genehmigung für eine Aufwertung zum „Sonderlandeplatz“ muss er erst noch bei der Landesluftfahrtbehörde beantragen.

Quelle: kreiszeitung.de

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