Gut besuchtes Kulturspektakel in Bücken / Auftritt zweier Chöre erhält stehende Ovationen

Musik und Multikulti auf dem Marktplatz

Der Chor „Haste Töne“ aus Bücken präsentiert mit Schülern aus Marklohe Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Foto: Uwe Campe

Bücken - Von Uwe Campe. „Hallelujah“ klang es am Samstagabend kurz nach 19 Uhr ebenso passend wie stimmungsvoll durch die altehrwürdige Bücker Stiftskirche, als der Chor „Haste Töne“ unter der Leitung von Renata von Lingen das diesjährige Kulturspektakel des Fleckens eröffnete. Dass der Name des Chores durchaus Programm ist, stellte er in der Folge mit seinem breiten Repertoire nachdrücklich unter Beweis. Dem Lied „Und jetzt singe ich hier“ schloss sich eine kurze Begrüßung durch Peter Klein an, der federführend die Organisation des Kulturspektakels übernommen hatte und sich besonders über den sehr guten Besuch –- die Plätze in der Kirche waren fast alle besetzt – freute.

Nach den beiden deutschsprachigen Liedern „Junimond“ mit seinem eingängigen Refrain „Es ist vorbei“ von Rio Reiser und „Ich hab den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen ging es international weiter. Vier Volksweisen aus Skandinavien, Armenien und Mazedonien trugen die Sänger mühelos in der jeweiligen Landessprache vor, wofür es ebenso wie für das französische Trinklied „Tourdion“ aus dem Jahr 1530 und dem ebenfalls französischen Lied „La la la“, in dem es um ein sich in einem Dorf verbreitenden Gerücht geht, sehr viel berechtigten Beifall gab. Anschließend folgte der Höhepunkt des Konzerts, wurde der Chor doch durch 15 Schüler des ehemaligen Markloher Grundschulchores verstärkt.

Renata von Lingen freute sich sehr, dass es gelungen war, noch einmal fast alle der inzwischen zwölf und 13 Jahren alten Schüler, die bereits vor drei Jahren in Bücken erfolgreich aufgetreten waren, zu versammeln. Gemeinsam trugen dann beide Chöre Stücke aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ vor, für die sie donnernden Applaus und die Aufforderung nach einer Zugabe ernteten, die dann mit dem Lied „Wunder geschehn“ von Nena auch gern erfüllt wurde. Stehende Ovationen waren schließlich der Dank des Publikums für diesen mehr als gelungenen Veranstaltungsauftakt.

Als Nächstes stand ab 20 Uhr ein von den auch weiterhin zahlreichen Gästen selbst organisiertes Picknick auf dem von Hans Klusmeyer und Gustav Schmidtke prächtig illuminierten Marktplatz auf dem Programm. Dort ging es dann auch auf einer Großleinwand mit dem mehrfach ausgezeichneten deutschen Kinofilm „Salami Aleikum“ des deutsch-iranischen Filmregisseurs Ali Samadi Ahadi aus dem Jahr 2009 weiter. In der multikulturellen Filmkomödie mit Navid Akhavan als Mohsen Taheri und Anna Böger als Ana Bergheim in den Hauptrollen wird die turbulente Geschichte einer persischen Fleischerfamilie aus Köln erzählt, die nach Ostdeutschland fährt und dort in einem verschlafenen Provinznest gleichermaßen einen Kulturschock erfährt und auslöst. Der seinerzeit von den Medien etwa als „Lachattacke gegen die Angst vor dem Fremden“ oder „Multikulti-Märchen aus dem wilden Osten“ gelobte Film bedient vordergründig zunächst zwar viele Vorurteile und Klischees, löst diese dann jedoch auf geschickte und charmante Weise, zugleich aber auch unterhaltsam und witzig, wieder auf. Trotz der im Verlauf des Abends aufkommenden Kühle harrten die meisten Besucher – viele von ihnen in von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellten Wolldecken eingehüllt -– bis zu dem glücklichen Finale des Films aus.

Peter Klein nahm die Filmvorführung zum Anlass, sich noch einmal bei den ortsansässigen Unternehmen, der Kirchengemeinde und bei allen Helfern für deren Unterstützung zu bedanken.

Gestern fand die Veranstaltung um 11 Uhr mit einem von Joachim von Lingen, Tito Alberts und Michael Karsten musikalisch begleiteten Freiluftgottesdienst, in dem sich Pastorin Ann Katrin Mundt unter dem Thema „Weitblick“ Gedanken über unterschiedliche Sichtweisen und Horizonte machte und nochmals Bezug auf den am Vortag gezeigten Film nahm, sowie einem Kindergottesdienst im Gemeindehaus ihre Fortsetzung.

Mit einem regionale Küche bietenden gemeinsamen Mittagessen klang das Kulturspektakel, für das es den Veranstaltern nach Auffassung vieler Besucher gelungen ist, ein interessantes, abwechslungsreiches und eine breite Akzeptanz findendes Programm zusammenzustellen, schließlich aus.

Quelle: kreiszeitung.de

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