Qualitäts-Kontrollen: Selbst das Hochwasser hält Wassermeister Jann Boye nicht von der Arbeit ab

Er muss sich in die Riemen legen

Nienburgs Wassermeister Jann Boye mit dem Boot auf dem Weg zu einer der insgesamt sieben Brunnenanlagen (rechts im Hintergrund), die derzeit wie Inseln aus dem Hochwasser der Weser herausragen.

Nienburg - Von Jens HeckmannNIENBURG · In Nienburg haben die Menschen mit den Weser-Hochwassern zu leben gelernt. Und in weiser Voraussicht ist dem Strom genug Platz gelassen worden, um von Zeit zu Zeit über die Ufer treten zu können, ohne allzu viel Schaden anzurichten. Für manche Menschen bedeutet ein Hochwasser aber doch ein Mehr an Arbeit. Zu ihnen gehört Wassermeister Jann Boye, der jetzt täglich mit dem Ruderboot unterwegs ist, um Trinkwasser-Proben zu ziehen.

Am Wochenende überflutete die Weser die weitläufigen Wiesen, auf denen die sieben Förderbrunnen des Wasserwerks stehen. Stündlich stieg das Wasser – die Brunnenanlagen ragen jetzt wie Inseln aus einem riesigen See. Am Fuß dieser „Inseln“ ist das Wasser inzwischen gut 1,5 Meter tief.

Um zu verhindern, dass Wasser direkt in die Brunnen läuft, stehen die Brunnenköpfe auf künstlichen Hügeln. „Würde Hochwasser in die Anlagen laufen, wäre die Gefahr von Verschmutzungen sehr hoch“, sagt Wassermeister Boye. „Aber das Wasser sickert natürlich auch durch den Boden und gelangt ins Grundwasser. Darum ziehen wir jetzt täglich Proben, um eventuelle Verunreinigungen sofort festzustellen.“

Dazu muss sich Jann Boye buchstäblich in die Riemen legen: Die Strecke zwischen den Brunnen legt er normalerweise im Auto zurück. Mit dem Ruderboot ist das schon ein ordentliches Stück Arbeit. Zumal das Hochwasser eine teils beachtliche Strömung entwickelt. Aus Sicherheitsgründen trägt der Wassermeister bei seinen Kontrollfahrten deshalb eine Schwimmweste. Als dramatisch empfindet Jann Boye die Situation aber nicht. „Das ist für uns ganz normal. Mein Vorgänger Wolfgang Marx musste oft mit dem Boot raus, und dessen Vorgänger auch. Seit es das Wasserwerk hier gibt, müssen wir Wassermeister mit dem Hochwasser leben. Das ist kein Problem.“

Und damit auch wirklich kein Problem entsteht, wird das Nienburger Trinkwasser seit dem Wochenende mit Chlordioxid behandelt, also „gechlort“. „Das geschieht in Absprache mit dem Gesundheitsamt“, sagt Boye.

„Die zugesetzte Menge Chlor ist minimal und in jeder Hinsicht unbedenklich – auch, was beispielsweise die Zubereitung von Babynahrung angeht.“ Anders als in vielen Wasserwerken wird das Nienburger Trinkwasser normalerweise nicht gechlort. Dass das jetzt geschieht, ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Chlordioxid wird während des Hochwassers und eine kurze Zeit danach zugesetzt. Dann ist das nicht mehr nötig.“

Quelle: kreiszeitung.de

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