Umweltschutzverband gibt Tipps zur Vogelfütterung im Winter

NABU Nienburg: Alarmierender Rückgang an Gartenvögeln

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Notwendig ist eine Fütterung erst bei Frost und einer geschlossenen Schneedecke.

Landkreis - Von Leif Rullhusen. In diesem Winter ist am Vogelhaus von Dierk Wessel nichts los. Nur noch ein paar Amseln holen sich ab und zu etwas frisches Obst.

„Körnerfresser habe ich schon seit Wochen nicht mehr gesehen“, berichtet der Sprecher des Nienburger NABU-Kreisverbandes. Kein Einzelfall: „Wir sind bereits häufiger von Bürgern angesprochen worden, dass an deren Futterstellen kaum noch Vögel zu sehen sind.“ Es gebe insbesondere einen immensen Rückgang an Gartenvögeln. Hauptursache dieser alarmierenden Entwicklung sei der Schwund an Insekten.

Verantwortlich dafür ist vor allem – aber nicht ausschließlich – die industrialisierte Landwirtschaft. Für einen dauerhaften Erhalt der Vogelarten sei auch eine naturnahe Gartengestaltung notwendig, erklärt Wessel. Darüber hinaus sei grundsätzlich nichts gegen ganzjähriges Füttern von Gartenvögeln einzuwenden. „Wirklich notwendig ist eine Vogelfütterung erst bei Frost und geschlossener Schneedecke“, verdeutlicht der NABU-Sprecher.

Meisenknödel in Plastiknetzen sollten laut NABU nach Möglichkeit vermieden werden.

Die Vogelfütterung hat noch einen weiteren Effekt: „Menschen können dabei die Vögel aus nächster Nähe beobachten und das sogar mitten in der Stadt. So bringt die Fütterung dem Menschen die Vogelwelt näher“, erklärt Wessel. Das Füttern ist damit nicht nur Unterstützung für die Tiere bei der Nahrungssuche, sondern auch ein Naturerlebnis und die Gelegenheit zur Verbesserung der Artenkenntnis. „Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben. Die meisten engagierten Naturschützer haben einmal als begeisterte Beobachter am winterlichen Futterhäuschen begonnen.“

Für die Vogelfütterung empfiehlt der NABU einen sogenannten Futtersilo, weil darin das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt ist. Außerdem wird im Silo im Gegensatz zu den offenen Futterhäuschen die Verunreinigung durch Vogelkot verhindert. Wer dennoch ein offenes Futterhäuschen nutzt, sollte es unbedingt täglich reinigen. Außerdem sollte keine Nässe ins Futterhaus eindringen, da sich ansonsten Krankheitserreger ausbreiten. Sämtliche Futterspender sollten wind-, schnee- und regengeschützt angebracht werden. Außerdem sollten sie so platziert werden, dass sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können. Gleichzeitig sollten Bäume und Sträucher in der Nähe sein, die den Vögeln bei Gelegenheit Versteckmöglichkeiten bieten. Beliebte Futtermittel sind vor allem Meisenknödel, doch diese stellen leider schnell eine Gefahr für die kleinen Vögel dar. „Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind“, empfiehlt Dierk Wessel. „Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.“ Alternativen gibt es einige: Selbstgemachte Meisenknödel gelingen auch plastikfrei und können in entsprechende Halterungen gefüllt werden, Vogelfutter auf Fettbasis kann außerdem in Form einer Futterglocke aufgehängt werden.

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