Hoyaer Schloss: Stadtrat stimmt weiteren Planungen für Modernisierung und Sanierung zu

Der nächste Schritt

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Wir müssen die Gebäude herrichten. Es ist unser Schloss. Wir sind dafür verantwortlich. Lasst uns den nächsten Schritt machen!“ Mit diesem leidenschaftlichen Appell setzte sich Ratsmitglied Friedrich Gilster (SPD) für die weitere Planung in Sachen Sanierung und Modernisierung des Hoyaer Schlosses ein: Mit großer Mehrheit – bei zwei Gegenstimmen – beschloss der Stadtrat am Montagabend während einer öffentlichen Sitzung im Rathaus der Grafenstadt, ebendiesen Schritt zu tun. Dem Beschluss entsprechend, stimmt die Stadt einer gastgewerblichen Nutzung im Schloss zu. Außerdem erhält das Architekturbüro „pmp GmbH“ den Auftrag für die weitere Planung.

Voraussetzung für den Ratsbeschluss war die sogenannte Plausibilisierung durch das Hamburger Beratungsbüro „Project M“. In diesem Verfahren überprüften die Berater im Auftrag der Stadt Hoya das Planungskonzept für das Hoyaer Schloss auf die zentrale Frage hin, ob ein Gastronomiebetrieb im Schloss unter den gegebenen baulich-räumlichen Voraussetzungen wirtschaftlich und ohne großen Substanzverlust betrieben werden könne. „Project M“, so das Ergebnis der Plausibilisierung, hält die erste der im Nutzungskonzept vorgeschlagenen Varianten für die geeignetste.

Darauf fußend empfehlen die Berater eine räumliche Umsetzung des Gastronomiekonzepts im sogenannten Weserflügel der drei Gebäudetrakte des Schlosses. Dort, im Bereich des ehemaligen Amtsgerichts, solle ein Restaurant mit 60 bis 80 Plätzen in gehobenem Bistro-Niveau entstehen. Im mittleren Trakt, dem ehemaligen Grundbuchamt, sollen laut Plan ein Trauzimmer mit Aussicht und die Tourist-Info untergebracht werden. Im östlichen Gebäude des Schlosses sollen schließlich unter anderem ein Veranstaltungsraum im Gewölbekeller und ein großzügiger Festsaal entstehen.

„Wir sind guter Dinge, dass alles klappt“, sagte Fritz Groß (CDU), der die Ratssitzung als stellvertretender Bürgermeister leitete. Stadtdirektor Detlef Meyer schilderte den bisherigen Verlauf der Planungen, seit die Stadt das Schloss 2013 kaufte und 2015 eine große Bürgerversammlung im Lindenhof zur Erörterung des Nutzungskonzepts veranstaltete. Das Architekturbüro „pmp GmbH“ solle nun konkrete Pläne erstellen, damit Fördergelder beantragt werden können. Der aktuelle Beschluss beinhalte lediglich einen Planungsauftrag.

Ratsmitglied Friedrich Gilster plädierte als Sprecher der SPD-CDU-Gruppe für den entsprechenden Beschluss, auf der Basis der Plausibilitätsprüfung weiter zu planen, nachdem diese eine Nutzung des Schlosses als Hotel ausgeschlossen und die Gastronomie empfohlen habe.

Als Sprecherin des Bürgerforums bezweifelte Frauke Gieße-Claus, dass die Schloss-Gastronomie auf der Grundlage der im Planungskonzept veranschlagten Zahlen realisierbar sei. Auch sei die Zahl der Parkplätze nicht ausreichend. Olaf Heye, fraktionsloses Ratsmitglied: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass heimische Gastronomen im Schloss noch einen Zweigbetrieb eröffnen. Die Kostenansätze stimmen vorne und hinten nicht. Wir sollten lieber die heimische Gastronomie stärken, statt ihr einen Mitbewerber vor die Haustür zu setzen.“

Stadtdirektor Detlef Meyer hielt dem entgegen, dass die jetzigen Planungsansätze natürlich nur Prognosen seien und es sich um ein Arbeitspapier handele.“ Gieße-Claus erklärte, sie könne den Umgang mit Steuergeldern in dieser Form nicht verantworten. Olaf Heye: „Für die Samtgemeinde Hoya haben wir keine 1 800 Euro als Zuschuss übrig, aber für das Schloss geben wir Millionen aus.“ Fritz Groß erinnerte daran, dass der Stadtrat an die 40-Prozent-Regel für Zuschüsse an Vereine gebunden sei. Detlef Meyer: „Das Ensemble des Hoyaer Schlosses ist ein Leuchtturm – nicht für die Grafschaft Hoya, sondern für die ganze Region. Frauke Gieße-Claus und Olaf Heye stimmten gegen den Ratsbeschluss für den Planungsauftrag.

Insgesamt 30 Zuhörer, verteilt auf alle verfügbaren Plätze im Sitzungssaal, auch am Ratstisch, nahmen an der Sitzung teil. In den Einwohnerfragestunden setzten sich Hans Soltau und Manfred Linke dafür ein, dass ein Gastronom, wenn er sich für das Schloss interessiere, in die Planungen einbezogen werden und nicht mit fertigen Gasträumen vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll. Heinrich Hambrock, bekannt als Gästeführer „Schäfer Heinrich“, erkundigte sich nach den Kerkern, die bei den Gästeführungen eine wesentliche Rolle spielen. Detlef Meyer antwortete: „Die Kerker bleiben.“

Quelle: kreiszeitung.de

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