Nächtlicher Spezialtransport von Stolzenau nach Kirchdorf

56 Achsen für zwei Trafos von 520 Tonnen Gewicht

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Zwei solcher 28-Achsen-Transporter brachten in der Nacht zu heute die beiden 260-Tonnen-Transformatoren von Stolznau im Landkreis Nienburg nach Ohlensehlen bei Kirchdorf im Landkreis Diepholz.

Stolzenau - Von Kurt Henschel. Spektakuläres ereignete sich gestern in Stolzenau. Einige Zaungäste hatten sich bereits um 8 Uhr und bei frostigen sechs Grad Celsius am Hafen eingefunden. Sie bestaunten einen dreiarmigen Monster-Kran, den eine Spezialfirma aufgebaut hatte. Dieser Kran sollte nämlich zwei jeweils 260 Tonnen schwere Transformatoren von einem Schiff hieven. Das gelang auch, aber später als geplant.

Für 8 Uhr vermeldet war die Ankunft des Schiffes mit den beiden Trafos aus Nürnberg. „Das steckt irgendwo in einer Schleuse fest“, verlautete am Ort des Geschehens, an dem also Geduld gefragt war.

Die Trafos sind bestimmt für den Neubau des Umspannwerks Ohlensehlen in der Samtgemeinde Kirchdorf im Landkreis Diepholz. Dort errichtet der Netzwerkbetreiber „TenneT“ einen Knotenpunkt für den Abtransport erneuerbarer Energien aus den Landkreisen Diepholz und Nienburg. Laut „TenneT“ seien beide Transformatoren zusammen theoretisch in der Lage, die Stromerzeugung von 120 Windanlagen mit einer Leistung von fünf Megewatt aufzunehmen. Das entspräche statistisch dem Verbrauch von etwa 1,5 Millionen Haushalten. Die Trafos, so „TenneT“-Sprecher Markus Lieberknecht, dienten dazu, den im Umspannwerk Ohlensehlen ankommenden Strom aus den regionalen Netzen auf eine höhere Spannungs-Ebene zu übersetzen („transformieren“). Damit schaffe das Unternehmen die Voraussetzung, um überschüssige Strom-Mengen über weite Entfernungen zu den Verbrauchern im Westen und Süden Deutschlands liefern zu können. Das Umspannwerk Ohlensehlen speise dabei die erneuerbaren Energien in die bestehende Verbindung von Landesbergen im Landkreis Nienburg nach Wehrendorf im Landkreis Osnabrück ein.

Beide Trafos landeten gestern auf zwei 54 Meter langen Transportzügen mit jeweils 28 Achsen. Der Transport von Stolzenau nach Ohlensehlen begann am gestrigen Abend um 22 Uhr, um die Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs so gering wie möglich zu halten. Für die Bewältigung der Strecke von lediglich rund 35 Kilometern war eine Fahrtzeit von fünf bis sechs Stunden eingeplant. Mittlerweile dürften die beiden Trafos also am Bestimmungsort angekommen sein.

Das Bau-Projekt in Ohlensehlen will „TenneT“ noch im Verlauf dieses Jahres vollenden.

Quelle: kreiszeitung.de

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