Badespaß unter Corona-Bedingungen

Naturfreibad Eystrup startet in die Saison

Alles ist vorbereitet: Die Vereinsmitglieder polierten das Naturfreibad auf Hochglanz und freuen sich nun auf viele Gäste bei der Eröffnung am Samstag.
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Alles ist vorbereitet: Die Vereinsmitglieder polierten das Naturfreibad auf Hochglanz und freuen sich nun auf viele Gäste bei der Eröffnung am Samstag.

Eystrup – Das Naturfreibad Eystrup öffnet nach langer Corona-Pause wieder seine Türen. Gäste dürfen sich auf einige Neuerungen freuen.

Der Rasen ist gemäht, die Blumenbeete schick gemacht, der Sand gereinigt und neue Bänke aufgestellt. Auch die Türen und Gebäude erhielten einen neuen Anstrich, der Aufsichtsturm wurde renoviert sowie die Spielgeräte kontrolliert. „Wir sind bis auf ein paar Kleinigkeiten startklar“, fasst Andreas Ohling vom Schwimmverein Naturfreibad Eystrup zusammen.

Samstag um 11 Uhr startet das Bad nach mehr als einem Jahr Corona-Pause nun endlich in die Saison.

Nachdem im Bad nun alles getan ist, können sich Andreas Ohling (links) und Wilhelm Paul endlich entspannen.

Zwar hätte der Verein 2020 über eine Öffnung nachgedacht, doch aufgrund des fortgeschrittenen Alters vieler Mitglieder, sei die Unsicherheit groß gewesen. „Darüber hinaus wären die anfallenden Kosten für Hygienemittel enorm gewesen. Plexiglasscheiben waren zu dem Zeitpunkt unbezahlbar“, begründet Andreas Ohling, der aktuell noch das Amt des zweiten Vorsitzenden bekleidet, zukünftig aber in die Fußstapfen des amtierenden Vereinsvorsitzenden Wilhelm Paul treten wird.

Die Zeit nutzten die Mitglieder, um das Gelände auf Hochglanz zu polieren, sodass der Badespaß am Wochenende beginnen kann. Voraussetzung für die Öffnung ist ein etliche Seiten langes Hygiene- und Zugangskonzept, welches der Verein eigenmächtig ausgearbeitet hatte. Trotz der Einschränkungen ist die Freude darüber, endlich wieder Besucher in Eystrup begrüßen zu dürfen, groß.

Maske tragen, ist sowohl im Eingangsbereich als auch beim Verlassen des Liegeplatzes Pflicht. „Doch niemand muss sich vorab testen lassen, auch eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Die Gäste müssen einzig vor Betreten des Bades ein Kontaktformular ausfüllen und natürlich die Abstandsregeln wahren“, betont Andreas Ohling. Darüber hinaus müssten die Sammelumkleiden, die innenliegenden Duschen sowie die außengastronomischen Sitzgelegenheiten geschlossen bleiben. Der beliebte Kiosk und Imbiss könne durch die Ausstattung mit Spuckschutzen für die Gäste allerdings geöffnet werden, wobei der Verzehr nur am Platz gestattet ist. Es dürften sich zudem nur 300 Personen gleichzeitig im Naturfreibad aufhalten. Eine zeitliche Beschränkung gebe es hingegen nicht.

„Das werden wir mit der Vergabe von Chips kontrollieren“, so Ohling weiter. Eine weitaus geringere Besucherzahl als normalerweise: „2018 gab es sonnige Tage, an denen mehr als 1 000 Menschen zum Baden kamen“, erinnert sich Wilhelm Paul. Wie viele Gäste es am Wochenende sein werden, könnten die beiden Vorstandsmitglieder nur schwer einschätzen. „Ich habe das Gefühl, viele warten darauf, endlich wieder zu uns kommen zu können. Außerdem haben wir hier auch einiges verändert, sodass die Neugierde sicher groß ist“, meint Ohling. Wenn sich die Infektionslage weiter positiv entwickle, sei es voraussichtlich möglich auch wieder mehr Wasserratten den Eintritt sowie den Verzehr von Speisen im Außenbereich des Imbisses zu ermöglichen.

Ein Hygiene- und Zugangskonzept regelt unter anderem den Ein- und Ausgang im Bad.

Weitere Änderungen ergeben sich mit Blick auf das einstige Volleyballfeld im vorderen Strandbereich des Naturbades. Dieser Platz werde nun zunächst für Liegeplätze genutzt, führt Andreas Ohling aus. Zudem müssten Kinder- und Jugendliche vorerst noch auf die beliebten beiden Wassertrampoline verzichten, da der Abstand dort nicht eingehalten werden könne. Die gute Nachricht: Der Wibit-Tower, für den viele Kids nach Eystrup strömen, soll hingegen aufgebaut werden.

„Mehr Glück als Verstand“, wie es Wilhelm Paul zusammenfasst, hatte der Verein bei der Suche nach einem zweiten Rettungsschwimmer. Kurz vor Beginn der Saison ließ sich doch noch jemand finden, der diesen Job übernehmen wird, sodass das Naturfreibad ab den Sommerferien wieder ganz normal öffnen könne. Bis dahin bleibe es montags geschlossen, sagt Andreas Ohling. Trotz der Unterstützung sei es jedoch nicht möglich, Schwimmkurse anzubieten. „Uns fehlt eine Kraft, die diese abnehmen könnte. Aber man kann ja hier üben und dann beispielsweise im Hoyaer Freibad sein Seepferdchen machen“, schlägt er vor.

Durch die lange Corona-Pause gingen die Einnahmen des Vereins – abgesehen von den Mitgliedsbeiträgen – gen Null. Spenden blieben weitestgehend aus und auch der Flohmarkt sowie der Tannenbaumverkauf, welche als zusätzliche Einnahmequelle dienten, mussten pandemiebedingt ausfallen. „Die Samtgemeinde unterstützt uns jedoch mit Zuschüssen. Ohne die gute Zusammenarbeit hätten wir die Neuerungen nicht vornehmen können“, meint Andreas Ohling.

Trotzdem komme der Verein nicht drumherum die Eintrittspreise zu erhöhen: Erwachsene müssen nun drei statt zwei Euro zahlen, Kinder kostet der Badespaß jetzt 1,50 statt einen Euro. „Die Mitgliedsbeiträge bleiben allerdings gleich“, betont er. Vereinszugehörige können sich in diesem Jahr zudem über einen Mitgliedsausweis freuen. Sie müssten nur einmalig beim Betreten des Bades das Kontaktformular ausgefüllt abgeben und anschließend bei jedem weiteren Besuch ihren Mitgliedsausweis vorzeigen. An der Kasse werde dann zudem das Datum des jeweiligen Tages vermerkt.

Das Amphibienfahrzeug der Spezialfirma Van Ejden fährt mit einer Art Kamm über den Seeboden und rupft auf diese Weise die Wasserpflanzen samt Wurzel heraus.

Wo vor Kurzem noch ein Schwan im Beisein einiger Graugänse seine Kreise zog, fährt aktuell ein Amphibienfahrzeug über den See des Naturfreibads. Seit Montag und voraussichtlich noch bis heute Abend befreit die Spezialfirma Van Ejden aus Ovelgönne das Gewässer von Wasserpflanzen, damit sich am Wochenende kein Gast beim Schwimmen von dem Gestrüpp gestört fühlt. „Entkrauten“ werde dieser Prozess genannt, bei dem das knapp vier Tonnen schwere Fahrzeug mit einem Ausleger, an dem sich eine Art Kamm befindet, über den Seeboden fährt und dabei die Wasserpflanzen samt Wurzel herausrupft.

„Knapp acht Ackerwagen voll haben sie schon aus dem See gezogen, bis zu 15 Ladungen werden es am Ende wohl sein“, vermutet Wilhelm Paul. Die Wasserpflanze ist im Übrigen ungefährlich. Sie gilt sogar als sehr eiweißreich und filtert das Wasser, wodurch es klar werde, weiß der amtierende Vorsitzende. Wenn das erledigt ist, sei am Wochenende jedoch alles bereit und der langersehnte Badespaß in Eystrup könne beginnen.

Weitere Infos

sowie das Kontaktformular zum Herunterladen und die geltenden Corona-Regeln unter www.naturfreibad- eystrup.de.

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