Aufgeblähte Deckel, rostige Verschlüsse

NDR: 442 Fässer mit radioaktivem Müll müssen nachbehandelt werden

Leese - Sich aufblähende Deckel, rostige Verschlüsse: Fässer mit radioaktivem Müll im Zwischenlager Leese müssten überprüft und ausgebessert werden, berichtet der NDR. Die Rede ist von mehr als 400.

In einem Zwischenlager für schwachradioaktiven Atommüll in Leese im Landkreis Nienburg sollen nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) 442 Fässer stehen, „die intensiv nachbehandelt werden müssen". Demnach müssten einige Fässer getrocknet werden, bei anderen hochgiftige Stoffe neu umschlossen werden, berichtete der NDR am Sonntag und bezog sich auf eine bisher unveröffentlichte Studie im Auftrag des Umweltministeriums. Das Ministerium war für eine Stellungnahme am Sonntag nicht zu erreichen. 

Der Betreiber des Zwischenlagers, die Firma Eckert & Ziegler, wollte „grundsätzlich keine Spekulationen von dritter Seite in anderen Medien kommentieren", sagte ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. In Leese wird seit Jahren radioaktiver Müll, der dem Land Niedersachsen gehört, gelagert. Es handelt sich dabei um medizinische Abfälle etwa aus Röntgenpraxen oder aus der Krebstherapie. Dem NDR zufolge hatte das Ministerium dem Landtag gegenüber bisher nur sieben problematische Fässer eingeräumt. 

Fässer können nicht vor Ort bearbeitet werden

Beschädigte Fässer können in Leese dem Bericht zufolge nicht bearbeitet werden, weil die Fässer in der Lagerhalle sehr eng stehen. Das Umweltministerium suche daher per Ausschreibung nun eine Firma, die alle Fässer abtransportiert, untersucht und endlagerfähig macht. Insgesamt lagern in Leese im Auftrag des Landes laut NDR 1484 Fässer. 

In der Vergangenheit wurden immer mal wieder beschädigte oder ramponierte Fässer entdeckt. Im September 2015 fanden Kontrolleure etwa ein Fass mit einem Schaden im Deckelbereich. Die Oberfläche des Behälters war nach damaligen Angaben des Umweltministeriums trotz der Wölbung intakt und es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. 

Lies: „Sensibles" und „transparentes" Vorgehen

Auch Fässer mit Inhalten, die dort nicht hinein gehörten, haben Kontrolleure entdeckt. Vor knapp zwei Jahren fanden sie in Leese in einem leicht beschädigten Fass mit Atommüll aus dem Jahr 1981 verbotene Inhalte. „Die aus dem medizinischen Bereich stammenden Abfälle wurden als „Papier, Zellstoff etc." ausgewiesen. Tatsächlich wurden jedoch neben Beton, Holz- und Stoffresten mehrere Blech- und Plastikbehälter gefunden, die auch Flüssigkeiten enthielten", hatte der damalige Umweltminister, Stefan Wenzel (Grüne), gesagt. 

Der amtierende Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte dem NDR, er gehe, genau wie sein Vorgänger Wenzel, „sensibel" und „transparent" mit dem Thema um. Schon Wenzel hatte angekündigt, die Fässer in Leese müssten mittelfristig in einen endlagergerechten Zustand versetzt werden. Dazu gehörten die Aufarbeitung aller vorliegenden Dokumentationen, Nachprüfungen von Inhalten und gegebenenfalls die Umverpackung in andere Behältnisse. - dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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