Kater verbringt fünf Tage auf 20-Meter-Eiche

Nervenkitzel pur in Uchte: Rettung aus luftiger Höhe

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Für den Fall der Fälle halten am Boden helfende Hände ein Auffanglaken bereit.

Uchte - Von Silke Schmidt. Davon müssen sich alle Beteiligten erstmal erholen: Fünf Tage in zunehmend eisiger Kälte verbrachte Kater Neo in Uchte verzweifelt auf einer 20-Meter-Eiche nahe seines Zuhauses in der Fritz-Reuter-Straße.

Während seines Morgenspaziergangs am Dienstag vergangener Woche beschloss er, den gewaltigen Baum einmal zu erkunden, fand aber einfach keine Lösung, wieder zurück nach unten zu gelangen.

Seine Besitzer Corinna Kampmann und Florian Reppel ahnten schon bald, dass etwas nicht stimmte, denn der anderthalbjährige Perser-Mix hatte sich bis dato als zuverlässig erwiesen und morgens stets nur kurze Ausflüge unternommen. Das war diesmal anders. Er folgte nicht dem Rufen und auch nicht dem Klappern mit dem Futternapf. So startete eine ausgiebige Suchaktion, an der sich auch Familie und Freunde des Besitzerpaares beteiligten.

In etwa 20 Metern Höhe: Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen nähert sich Martin Kanzler dem ängstlichen Kater Neo an.

Erst zwei Tage später machte Neo durch lautes und klägliches Maunzen auf sich aufmerksam – etwa auf halber Höhe der riesigen Eiche und offenbar vor Angst absolut nicht in der Lage, den weiten Weg nach unten anzutreten. Corinna Kampmann und Florian Reppel begannen, intensiv nach einer Lösung zu suchen, wobei natürlich die Feuerwehr erster Anlaufpunkt war. Deren Mitglieder überzeugten sich vor Ort von der Situation und hätten auch eine Lösung bieten können, die allerdings – anders als beispielsweise in Nordrhein-Westfalen – die Auftraggeber hätten finanzieren müssen. „Eine horrende Summe“, sagt Corinna Kampmann, die sich zügig nach weiteren Möglichkeiten umsah.

Hilfe kam aus den sozialen Netzwerken: Der Hinweis auf die „Katzen-Baumrettung OWL“, die Martin Kanzler und Alex Kennemund ins Leben riefen, sollte sich als hilfreich erweisen.

Ein zwischenzeitlich hinzugezogener Steiger führte nicht zum Erfolg, denn Neo hatte die zu seiner Rettung geplante Aktion missverstanden und war weitere etwa fünf Meter in die Höhe geklettert – für den Steiger unerreichbar. So kam an Tag fünf Martin Kanzler aus Bünde in Uchte zum Einsatz, um im Laufe von drei Stunden den Betrachtern und Passanten Nervenkitzel pur zu bieten. Auch seine atemberaubenden Kletterkünste interpretierte Neo wieder völlig falsch und flüchtete sich bis an die Spitze der Eiche, während unten am Boden seine Besitzer und etliche Helfer mit einem großen aufgespannten Laken bereitstanden, um das Tier aus dem möglichen Fall aufzufangen. Doch dazu kam es nicht: Äußerst geduldig und verständnisvoll arbeitete sich Martin Kanzler ebenfalls bis an die Spitze des Baumes und schaffte es nach viel Mühsal, den jungen Kater in die mitgeführte Tasche zu bugsieren. Mit „der Katze im Sack“ machte er sich auf den Rückweg, um das Tier seinen dankbaren Besitzern zu übergeben.

Corinna Kampmann und Florian Reppel schließen ihren Neo nach fünf Tagen voller Angst und Sorge wieder in ihre Arme.

Diesen wie auch etlichen weiteren Beteiligten standen die Tränen der Erleichterung in den Augen. „Viele hatten uns gesagt: Macht euch keine Sorgen, der Kater schafft das alleine“, sagt Corinna Kampmann, die diesen Aussagen von vornherein nicht richtig glauben mochte. Und Martin Kanzler bestätigt sie in ihrer Meinung: „Gerade junge Katzen sind oft viel zu neugierig und bringen sich in Situationen, aus denen sie sich ohne menschliche Hilfe nicht zu retten wissen.“

Und so ist es Corinna Kampmann und Florian Reppel nach diesen Tagen und der spektakulären Rettungsaktion, die sie lediglich den Fahrtaufwand von Martin Kanzler kostete, ein Anliegen, auch andere Katzenhalter über diese Hilfsmöglichkeit für übermütige Fellnasen in schwindelnder Höhe zu informieren.

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