Reise in „Heillose Möncherey“

Neue Ausstellung in Nienburger Museum

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Nienburg- Von Anette Steuer. Knochen, blanke Knochen liegen auf dem Boden, drumherum herrscht geschäftigtes Treiben und die sterblichen Überreste stören eigentlich niemanden im Raum – hier im Nienburger Museum. Stattdessen legen viele fleißigen Menschen letzte Hand an die allerneueste Ausstellung.

Unter dem Titel „Heillose Möncherey“ widmet sich das Museum dem Schicksal der Klöster während der Reformation und den damit verbundenen gesellschaftichen und politischen Folgen. Eröffnet wird die Ausstellung am morgigen Donnerstag, 17. August um 19 Uhr im Quaet-Faslem-Haus, Leinstr. 4. Sie läuft bis zum 28. Januar 2018 zum einen im Fresenhof, Leinstr. 48, und zum anderen im Quaet-Faslem-Haus. Der Eintritt ist frei.

Die ausgestellten Knochen gehören zu einem jungen Mann und wurden bei Ausgrabungen im Kloster Schinna gefunden. Jetzt liegen sie in einem gläsernen Schaukasten im Nienburger Museum und stehen als ein Hinweis für längst vergangenes klösterliche Leben.

Passt zum Reformationsjubiläum

„Die Sonderausstellung ‘Heillose Möncherey – Das Schicksal der Klöster während der Reformation’ beleuchtet zuerst die Handlungsträger der Durchsetzung der reformatorischen Ideen vor Ort. Zentrales Anliegen der Darstellung ist hier die Herausarbeitung der Motivation für die regionalen Adeligen zu Annahme des neuen Glaubens und mit welchen Mitteln sich die neuen Ideen dann von ‘oben nach unten’ durchsetzen ließen“, so beschreiben die Verantwortlichen diese neueste Ausstellung, die in den ganz großen Rahmen des 500. Reformationsjubiläums passt.

Schon weit davor stellte sich Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha welche Auswirkungen die Reformation wohl auf die hiesigen Klöster, Menschen und politischen Gegebenheiten hatte. Aus dieser anfänglichen Frage ist nun eine umfangreiche, spannende Ausstellung geworden, die sich an den Klöstern Schinna und Loccum, aber auch dem Stift Bassum orientiert. 

Eine spannende Zeitreise

Von dort aus spannen die Verantwortlichen den geschichtlichen Bogen weiter in das ganze Land. Den einer der zentralen Kritikpunkte Luthers waren die klösterlichen Gemeinschaften und Gesetzmäßigkeiten, die er infrage stellte. Ein weiterer wichtiger Erzählstrang in der Ausstellung ist folgerichtig die Rolle der Landesherren und ihr Interesse an der Durchsetzung der Reformation. 

Anhand vieler interessanter Ausstellungsstücken gelingt es Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha und der Kuratorin Kathleen Biercamp eine spannende, erklärende Zeitreise in die turbulenten Reformationsjahre zu kreieren. Gezeigt werden Originalobjekte der Zeit, wie Flugschriften, archäologische Funde und liturgische Objekte.

Ergänzt wird die Ausstellung durch die Bilder von Regina Steudte, die im Quaet-Faslem-Haus, Leinstr. 4. zu sehen sind und einen fotografischen Blick durch die Zeiten, bis ins Heute ermöglichen.

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