Neue Ausstellung öffnet am Sonntag im Heimatmuseum Hoya

Der Erste Weltkrieg in all seinen Facetten

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Ein paar Ausstellungsstücke.

Hoya - Von Jana Wohlers. „1915: Der Krieg ist schrecklich – Vor 100 Jahren an der Heimatfront“ lautet der Titel einer neuen Ausstellung, die ab Sonntag, 15. März, im Heimatmuseum Hoya zu sehen ist. Im Fokus stehen die Ereignisse des Ersten Weltkriegs – mit allen Problemen, Umbrüchen, Gedanken und Erlebnissen. Beginn ist um 15 Uhr, es gibt Kaffee und Kuchen.

„Die Ausstellung erzählt eine Geschichte. Der Betrachter kann die Entwicklung des Ersten Weltkriegs in all ihren Facetten erleben“, erzählt Museumsleiterin Elfriede Hornecker. Von der Erzeugung des vaterländischen Gefühls, von Glanz und Gloria der Kriegsgeschehnisse über den gedanklichen Umbruch im harten Winter 1914/1915 bis hin zum Leiden der Bevölkerung unter den Kriegsbedingungen und bis zur Verleihung der Frontkämpferkreuze 1935 wird einiges aufgegriffen.

„1915: Der Krieg ist schrecklich“ zeigt Geschichte hautnah, vor der eigenen Haustür. Der gebürtige Ubbendorfer Fritz Helfers, der zu Zeiten des Ersten Weltkriegs dem Kreis Hoya als Lehrer diente, hat einen Teil zur Ausstellung beigetragen: Einige Abschriften seiner Tagebücher geben die Gedanken und Erlebnisse der Deutschen vor und nach Kriegsbeginn ganz unverblümt wieder.

„In seinen Niederschriften lässt sich die Entwicklung der Gedanken gut nachvollziehen“, findet Hornecker. Es seien Sätze, die den Lesern heute eine Gänsehaut verschaffen würden. So freute sich Helfers etwa über den Untergang des Schiffs „RMS Lusitania“, das 1915 vor der Küste Irlands versenkt wurde, und nutzte eine Reise mit seiner Familie zu den Gefangenenlagern wie einen Sonntagsbesuch im Zoo.

Doch der Umbruch seines Denkens folgte: Im Winter 1914/1915 überkam ihn die Erkenntnis, dass der Krieg eben kein Spaziergang und auch nicht in wenigen Monaten beendet ist. Im März 1915 hielt der Lehrer, Dichter und Heimatforscher einen Vortrag mit dem Titel „Der Krieg ist schrecklich“. Eben dieser Satz ist jetzt Teil des Namens der Ausstellung im Heimatmuseum.

„Wir haben Ausstellungsstücke von verschiedenen Leihgebern erhalten und auch unseren eigenen Fundus genutzt“, sagt Hornecker. Die theoretischen Grundlagen, insbesondere die informativen Wandtafeln, entstammen dem Kreismuseum Syke, in dessen Kooperation die Ausstellung entstand.

Die Ausstellungsstücke sind vielfältig: Karten, Fotos, patriotische Tassen und Militärliedbücher werden ebenso präsentiert wie Feldpostbriefe, Waffen und eine ganze Soldaten-Ausrüstung inklusive Pickelhaube und Co. „Es geht vor allem darum, aufzuzeigen, wie es der Bevölkerung selbst ging, den Menschen zu Hause. Wie weit der Krieg in die Basis selbst ging“, sagt Hornecker. Wie dachten die Menschen, wenn sie der Aufforderung „Gold zur Wehr, Eisen zur Ehr“ folgten und die goldenen Bänder ihrer Taschenuhren gegen eiserne tauschten? Was ging in den Kindern vor, die ihr Sparschwein schlachteten, um in Kriegsanleihen zu investieren?

Die Ausstellung ist bis zum 21. Juni sonntags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen.

Quelle: kreiszeitung.de

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