Kirchenlicht wird nachhaltig

Neue Innenbeleuchtung für Nienburger St. Martinskirche

Die beteiligten Personen vor der Nienburger st. Martinskirche.
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Bald lädt die zu festen Zeiten geöffnete St. Martinskirche ein, den neu beleuchteten Innenraum zu erkunden. Von li: Vikar Sören Skuza, Pastorin Cordula Schmid-Wasmuth, Dr. Eilert Ommen, Dr. Ralf Weghöft, Dr. Rüdiger Wesp.

Die Innenbeleuchtung in der Nienburger St. Martinskirche wird nachhaltig. Die neue Lichtinstallation soll nur noch ein Sechstel der jetzigen Beleuchtung verbrauchen.

Nienburg - von Johanna Ritter. „Es werde Licht und es ward Licht.“ Diese Worte aus der Schöpfungsgeschichte sollen in der St. Martinskirche unter Klimaschutzgesichtspunkten umgesetzt werden. Hierzu hat sich der Kirchenvorstand mit seinem Vorsitzenden Dr. Ralf Weghöft ein Halbjahrhundert-Projekt vorgenommen.

Erneuerung seit längerer Zeit in Planung

Zuletzt war die Hallenkirche in den Sechzigerjahren saniert worden. Im Zuge dessen wichen Flügelaltar und Emporen und der einstmals geschlossene Turmraum wurde in Richtung Kirchenschiff geöffnet. Jetzt müsse an der Beleuchtung etwas getan werden, erklärt der Vorsitzende des Kirchenvorstandes Dr. Ralf Weghöft. Aus diesem Grund befindet sich die Erneuerung der kompletten Innenbeleuchtung seit längerer Zeit in Planung und nimmt Formen an.

Klimaschutz immens wichtig

Bei der Umsetzung des Licht-Projekts ist der Gemeinde der Klimaschutz immens wichtig. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass sich nach Installierung der neuen Lichtmittel der Energieverbrauch erheblich reduzieren wird. So werden nur noch rund 2 000 Watt erforderlich sein, statt vormals 12 000 Watt, um den Kircheninnenraum zum Strahlen zu bringen. Der Bedarf von 2 000 Watt pro Stunde mittels einer Beleuchtungsanlage mit mehr und helleren LED Lampen, wurde vom Vorsitzenden des Innenausschusses von St. Martin, Bauingenieur FH Rüdiger Wesp errechnet.

Ein Konzeptbild der neuen Beleuchtung.

„Es wird eine recht ansprechende und dem Zeitgeschmack entsprechende Lichtinstallation werden. Wir wollen verantwortlich handeln, denn gerade in puncto Nachhaltigkeit hat uns die Entwicklung eingeholt. Ebenso erhoffen wir uns finanzielle Ersparnisse“, erklärt der Vorsitzende. Somit wird die wenig effektive und kostspielige Sechzigerjahre Innenbeleuchtung des Kirchenschiffs bald dem Gestern angehören und durch eine nachhaltige Beleuchtungsanlage ersetzt werden.

Alle Strahler einzln ansteuerbar

Rund 100 Einbau- und Wandleuchten, sowie Strahler sollen installiert werden. Alle können einzeln, mittels eines Tablets, angesteuert werden. Auf diese Weise werden viele Einzelobjekte der reichhaltigen Kirchenausstattung, die bisher schlecht, gar nicht oder statt von vorne, von oben beleuchtet waren, wieder zur Geltung kommen und in ihrem Wert besser erkannt werden.

Dieses gilt gleichermaßen für den Altarraum, der derzeit über keine eigene Beleuchtung verfügt, die auf dem Altar stehenden mittelalterlichen zwölf Apostel, die Steinsärge der Hoyaer Grafen, die Orgel und die zahlreichen Schrifttafeln und Bildnisse Nienburger Familien an den Seitenwänden und Säulen. Zudem wird durch die neue Ausleuchtung des Kirchenraumes das Lesen und Singen aus dem Gesangbuch erheblich erleichtert werden.

Aufwertung des Kirchenraumes

Des Weiteren brauche auch die künstlerisch gestaltete Gebetsecke gutes Licht um ihre volle Wirkung zu entfalten, ist sich Pastorin Cordula Schmid-Waßmuth sicher und freut sich auf die Aufwertung des Kirchenraumes und die individuelle Versorgung unterschiedlicher Raumpartien mit neuen Lichteffekten. So wird es möglich werden, die Weihnachtskrippe, die alljährlich ihr Vorhandensein eher im Kirchendunkel fristete, gekonnt in Szene zu setzen.

Nach Abschluss der Beleuchtungsarbeiten wird gutes und gezielt einsetzbares Licht, das ökologisch und ökonomisch durchdacht wurde, auch den unterschiedlichen kulturellen Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Vorträgen, musikalischen Veranstaltungen, Kirchenführungen und letztlich jedem einzelnen Kirchenbesucher zu Gute kommen. Die Einschränkungen für die Gemeinde während der Installationsphase werden sich gering halten. Außerdem könne ein Gottesdienst bei gutem Wetter durchaus auch im Freien stattfinden, sagt Pastorin Schmid-Waßmuth.

Spenden weiterhin willkommen

Für die Lichtplanung, LED-Leuchten, notwendigen Elektroarbeiten und Fachberatungen fallen Gesamtkosten von rund 77 000 Euro, die von der Gemeinde nicht allein bewältigt werden können. Hierzu ist Hilfe von außen erforderlich. Kontakte zu Förderern in der Stadt und der Region wurden von Dr. Eilert Ommen, als Mitglied im Innenausschuss aufgenommen. Nach bisheriger positiver Resonanz, fehlen nun noch einige restliche Mittel, die als Eigenbeitrag eingesetzt werden müssten, so Ommen. Auch werde versucht eine Förderung im Rahmen des Klimaschutzprogramms des Bundes zu erhalten. Spenden seien jedoch weiterhin willkommen.

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