„Wacken wäre ein guter Anfang“

Neue Mittelalter-Band in Rehburg gegründet

Mittelalter-Band Rehburg
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Posing in mittelalterlicher Kulisse: fünf der sieben Musiker von Angrivarii in Rehburgs Mühlenruine.

Rehburg - von Beate Ney-Janßen. „Oh Mann, waren wir aufgeregt!“ Andreas Jonik, der Mann mit der Sackpfeife, bringt es auf den Punkt: Alle Musiker der Mittelalter-Band Angrivarii schlotterten förmlich, bevor sie die ersten Töne aus Sackpfeife und Drehleier, aus Gitarre, Bass und Drums ertönen lassen konnten. Schließlich war es ihr allererster Auftritt.

Nach dem Auftritt stellen alle fest: Alles ist gut ausgegangen. Die mittelalterlichen Klänge entlockten ihrem Publikum Applaus. Sie waren mit sich selbst zufrieden. Das Wetter hatte ihnen schönsten Sonnenschein beschert und die Kulisse war einfach ideal: Wo sonst als in den Überresten einer mittelalterlichen Anlage sollte eine Mittelalter-Band zum ersten Mal auftreten?

Die Geschichte der Band, die sich „Angrivarii“ nennt, hat erst im vergangenen Jahr begonnen. Ein Mittelalter-Markt für Rehburg war im Gespräch. Die Idee: Da muss doch auch Musik her. Jonik, der gerade begonnen hatte, Dudelsack zu lernen, traf auf Rolf Volkewien, der im Organisations-Team des Marktes sitzt und außerdem selbst Dudelsack spielt. Hier und da und selbst bei einem Seminar in Nürnberg lernten sie weitere Musiker aus der Umgebung mit Mittelalter-Faible kennen. Und schon waren es sieben, die gemeinsam spielen wollten.

Noch schlottern die Knie – beim Auftritt zum ersten Konzert an Rehburgs Klosterruine Asbeke.

Der Mittelalter-Markt im September 2020 war das Ziel für den ersten Auftritt. Und dann kam Corona. Sie konnten nicht mehr gemeinsam proben und das Wochenende in Gewandung wurde abgesagt. Trübe Stimmung herrschte unter den so motivierten Musikern – die jedoch die Rechnung ohne die Kirche gemacht hatten. Die bot alternativ zum Markt-Wochenende einen Gottesdienst an der Klosterruine Asbeke an. Und fragte, ob die Band im Anschluss spielen wolle. Was waren sie aufgeregt.

Ein Motivationsschub war es allemal für die Frauen und Männer, von denen die Jüngste 17 Jahre, der Älteste 54 Jahre alt ist. Proben, was das Zeug hält, stand fortan auf dem Plan.

Nun, nach dem ersten Auftritt, machen sie weitere Pläne. „Wir wollen doch nicht nur mittelalterliche Musik spielen“, sagt Andreas Jonik. Mittelalter-Rock sei das nächste Projekt, das sie sich auf die Fahne geschrieben hätten. Und ein komplettes Konzertprogramm. Das bisherige Repertoire reicht für eine halbe Stunde, wenn sie sich nicht in Endlos-Schleifen verlieren wollen.

Danach sollen Auftritte kommen. „Wacken wäre ein schöner Anfang“, meint Morten Kiwus, während er an seiner Bass-Gitarre zupft. Die Bühne, die Gitarrist Ralf Schindler im Blick hat, ist – für den Anfang – vermutlich realistischer: „Versuchen wir es doch beim Mittelalterspektakel in Neustadt“, meint er. Warum eigentlich nicht? In 2021 werde das doch hoffentlich wieder am Schloss Landestrost angeboten. Wie zum Herbst jenes Jahres – hoffentlich – ein erster Mittelalter-Markt in Rehburg.

Kontakt zur Band gibt es über Andreas Jonik unter (0178) 7237101. Oder auf Facebook.

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