Neuer Anlauf zur Sanierung des Weserwall-Radweges in Nienburg / Umsetzung hängt von Reaktion der Politik ab

Ende des Pfützenslaloms in Sicht

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Wasserlandschaften: Nach Regenfällen bilden sich auf dem Weg entlang der Weser jede Menge Pfützen.

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Nach Regenfällen wird der Weserwall-Radweg in Nienburg regelmäßig zum idealen Pfützenslalom-Trainingsgelände. Das könnte sich bald ändern.

Vor acht Jahren wurde über eine Sanierung der Strecke zwischen Brückenstraße im Norden und Meerbachmündung im Süden bereits intensiv diskutiert. Ein Anlauf durch die politischen Instanzen der Kreisstadt scheiterte damals. Private Initiativen erreichten kaum das Planungsstadium.

Nun nimmt die Stadtverwaltung einen neuen Anlauf zur Sanierung des Fahrradweges auf dem Weserwall. In der morgigen Sitzung des Bauausschusses wird Michael Pohl vom Fachbereich Stadtentwicklung ein entsprechendes Konzept präsentieren. Das sieht – anders als vor acht Jahren geplant – eine Sanierung in sogenannter unbefestigter Bauweise vor. Dazu soll der Radweg fünf Zentimeter tief aufgefräst werden. Danach wird eine bis zu zehn Zentimeter starke Schotterschicht mit entsprechendem Quergefälle zur Entwässerung eingebaut. „Diese Maßnahme ist das entscheidende Kriterium, um die Benutzung des Weges auch bei Feuchtigkeit und Nässe weitestgehend sicher zu stellen“, erklärt Pohl. Umsonst ist die Maßnahme selbstverständlich nicht. 33 272 Euro veranschlagt der Fachbereich für die Sanierung. Das entspricht ziemlich genau einem Drittel des diesjährigen Etats für die Unterhaltung von Radwegen in der Kreisstadt, aus dem die Maßnahme bezahlt werden soll.

Wann und ob diese überhaupt umgesetzt wird, hängt maßgeblich von der Reaktion der Politik ab. „Wir wollen das Thema zunächst wieder in Gang, in die Diskussion bringen“, erklärt Pohl gegenüber dem BlickPunkt. Wenn alle Beteiligten mitziehen, könne die Sanierung noch in diesem Jahr erfolgen. Grundsätzlich habe sich die Stadtverwaltung aber keinen zeitlichen Rahmen gesetzt.

Bei Grünen-Fraktionschef Peter Schmithüsen stößt die Idee grundsätzlich auf offene Ohren, nicht aber die Finanzierung zu Lasten der Radwegeunterhaltung. „Der Weserwall wird vor allem von Fußgängern benutzt. Das ist eine Fußwegefinanzierung“, macht er klar. Es gebe wichtigere Radwege mit Sanierungsbedarf, dort dürfe das Geld nicht aufgrund des Weserwalls fehlen. Das sieht Hans-Peter Rübenack, Fraktionsvorsitzender der CDU, genauso. „Die Idee ist gut, aber das Geld darf nicht aus dem Topf für die Fahrradwegesanierung kommen. Das ist ein Fuß- und kein Radweg“, schlägt er in die gleiche Kerbe wie Schmithüsen.

WG-Bauausschussmitglied Frank Podehl hält die Sanierung für dringend notwendig. „Gerade dort, wo das Wasser steht, wird der Untergrund weich und ist eine Gefahr für Radfahrer“, erklärt er. Die von Pohl veranschlagten Kosten seien vertretbar. Allerdings hält Podehl eine Asphaltierung für sinnvoller. Für SPD-Bauausschussmitglied Hartmut Waschke ginge mit der Sanierung des Weserwalls „ein Herzenswunsch“ in Erfüllung. Es müsse allerdings sichergestellt sein, dass der neue Belag bei Regen nicht mehr aufweicht. Zudem müsse die Benutzung von Kraftfahrzeugen konsequent und ausnahmslos unterbunden werden.

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