Trennung in "beiderseitigem Einvernehmen" / Nachfolger steht schon in den Startlöchern

Neuer Betreiber für Stadtbusse ist Tochter der Bahn

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Nicht Brief und Siegel, dafür Unterschrift und Stempel (v.l.): Volker Dubberke und Iris Köhler (Stadtbus-Geschäftsführung) sowie Thorsten Kayser und Kay Schwarzer (Haller).

Nienburg- Von Nikias Schmidetzki. Die Nienburger Stadtbusse fahren ab Januar 2016 unter neuer Flagge. Die Firma „Haller Busbetrieb“ aus Walsrode übernimmt die Fahrten und löst damit das Unternehmen Enders aus Hannover ab. Für die Kunden soll sich nichts ändern.

Der Vertrag der Stadtbus Gesellschaft mit dem Subunternehmen stammt aus dem Jahr 2013, wäre acht Jahre lang gültig gewesen. In „beiderseitigem Einvernehmen“ sei der Vertrag nun zum Ende dieses Jahres vorzeitig beendet worden, erklärte Volker Dubberke aus der Geschäftsführung der Stadt-Tochter. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Unstimmigkeiten gegeben, die nun zum frühzeitigen Ende der Zusammenarbeit und der Neuausschreibung geführt hatten.

„Ganz wichtig“, betont Dubberke: Für die Fahrgäste – immerhin etwa 1,3 Millionen im Jahr – ändere sich nichts. Die Linien mit ihren Zeiten blieben bestehen, und auch zusätzliche Angebote, etwa in der nahenden Adventszeit, solle es weiter geben.

Neu sein dürften ab dem nächsten Jahr einige Gesichter in den Bussen. Haller habe Stellen ausgeschrieben, erklärte Geschäftsführer Thorsten Kayser. Ob bestehende Fahrer in ein Arbeitsverhältnis beim neuen Betreiber übernommen werden, sei noch nicht klar, aber eben auch nicht ausgeschlossen.

Die Busse selbst gehören ab Januar komplett der Stadtbusgesellschaft. Sieben der typisch blauen Fahrzeuge sind derzeit unterwegs. Zu starken Zeiten werde Haller jedoch mit Verstärkerbussen aus den eigenen Reihen aushelfen, gibt Prokurist Kay Schwarzer an. Für die Instandhaltung sei das Unternehmen, dem die Busse überlassen werden, zuständig. Darum sollen sich entsprechende Fachbetriebe kümmern.

„Haller Busbetriebe“ ist ein Unternehmen mit gut 50-jähriger Erfahrung. Seit Juli 2005 gehört das Unternehmen als Tochter der Regionalbus Braunschweig zur Familie der Deutschen Bahn AG. Das spreche durchaus für den Betrieb und gebe einen Vertrauensvorschuss, gab Dubberke an. Mit mehr als 100 großen und 20 Kleinbussen ist Haller unterwegs, seit einiger Zeit zeichnen die Walsroder auch für den Werksverkehr von VW in Wolfsburg, wo sie eine eigene Dependance verantwortlich. Einen direkten Firmenvertreter – Teamleiter genannt – soll es auch in Nienburg geben, als Ansprechpartner vor Ort, vor allem für den Vertragspartner.

In Nienburg sind die Verantwortlichen jedenfalls optimistisch für die kommenden Jahre: „Wir sind froh, einen kompetenten Partner gefunden zu haben“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Hambruch. Der Vertrag läuft bis 2021 – solange also, bis der ursprüngliche Kontrakt auch ausgelaufen wäre.

Eine angedachte Ausweitung des Stadtbusses aus Nachbargemeinden, über die seitens der Politik nachgedacht wird, würde den Vertrag nicht beeinflussen. Dazu würde der Gesellschaftsvertrag geändert werden müssen, und die entsprechenden Konzessionen müssten erneuert werden.

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