Neues Sicherheitskonzept von Stadt, Polizei und Feuerwehr

Pflanzringe zur Sicherheit

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Seit Montag sind sie da: 15 Pflanzringe, die der Sicherheit am Ernst-Thoms-Platz dienen sollen. Drei sollen bis Freitag noch dazukommen, dann sind sie vollzählig.

Nienburg - von Kristina Stecklein. 2016 was das Jahr, an dem der Terror Deutschland erreichte. Das änderte das Bewusstsein der Sicherheitsbehörden - auch in Nienburg. Jetzt folgt ein neues Sicherheitskonzept.

Weiß gestrichen, mit einigen Pflanzen und Reflektoren bestückt, stehen sie seit Montag am Ernst-Thoms-Platz und vor der Langen Straße: 15 Betonringe, die zunächst den Anschein machen, als seien sie lediglich neue „Dekoration“. Aber nein – die Ringe gehören zum frisch entwickelten Sicherheitskonzept der Stadt Nienburg für Feste, wie den Frühjahrsmarkt am Wochenende.

Natürlich stellt sich im Rahmen einer solchen Maßnahme die Frage aller Fragen: Hat man in Nienburg einen triftigen Grund zur Sorge? „Wir haben überhaupt keine Hinweise, dass der Markt gestört werden könnte“, betont Nienburgs Polizeipressesprecher Axel Bergmann auf Anfrage des Blickpunktes.

Auch Bianka Röhrig, Leiterin des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, bestätigt, dass alle Veranstalter mittlerweile im Vorfeld ein Sicherheitskonzept entwerfen müssten. Die Kübel seien eine „ad hoc“-Maßnahme, die nichts mit der zukünftigen Neugestaltung des Ernst-Thoms-Platzes im kommenden Jahr zu tun habe. In diesem Jahr bleiben die Kübel aber bis auf Weiteres stehen. „Das ist aber wirklich nur als Provisorium gedacht bis zur Neugestaltung“, erklärt die Fachbereichsleiterin.

Grundsätzlich habe es solch einen Vorfall auf dem Ernst-Thoms-Platz laut Hansjörg Haase, Sachgebietsleiter „Gefahrenabwehr, Gewerbe, Märkte und Veranstaltungen“ bei der Stadt Nienburg, noch nie gegeben.

Stimmen der Facebook-Leser und Antworten der Beteiligten

Obwohl Bürgermeister Henning Onkes bei der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Nienburg Service von einer nicht gerade „hübschen“ Lösung gesprochen hat, empfinden unsere Facebook-Leser die neuen Betonringe am Ernst-Thoms-Platz größtenteils als gelungen. Jana Fräßdorf schreibt dazu: „Sehen erstens schick aus und ich finde es gut, dass für die Sicherheit gesorgt wird. Ist schon viel zu viel passiert“, und auch Marcin Binieda stimmt Jana zu: „Find ich gut. Könnte dauerhaft bleiben, wenn es gepflegt wird.“ Trotz der vielen positiven Kommentare, kommt die Idee nicht bei allen gut an. Einer der Leser schreibt: „Sicherheitskonzept? Völlig überzogen und hässlich dazu. Blumen und Bäume sind herrlich, aber muss dazu dieser unnötige Beton dazu?“

Robert Kirsch legt das Hauptaugenmerk allerdings auf einen anderen Aspekt. „Der (...) vor allem noch wichtigere Part ist der Schutz der Fußgänger. Mag sein, dass der ein oder andere Ring gegebenenfalls ‘zerbricht’ oder einem LKW nicht standhalten wird, er wird den aber ausbremsen, wenn es denn passieren sollte – was wir alle nicht hoffen.“

Das sieht Dennis Kluth allerdings eher skeptisch: „Ich wag ja ein wenig zu bezweifeln, dass diese netten, weißen Schachtringe mit dem bisschen Blumenerde drin, ‘nen 7,5- oder 40-Tonner davon abhalten, da durch zu fahren. Aber immerhin hat sich jemand Gedanken gemacht.“ Doch darauf gibt es seitens der Stadt eine Antwort. „Die Gefahr ist die freie Fläche“, nennt Hansjörg Haase als Grund. „Das muss nicht absichtlich sein, das kann auch so passieren.“

Stephan Würzberger fragt genauer nach: „Was gehört denn noch zu diesem Sicherheitskonzept? Patrouilliert in Kürze auch eine schwer bewaffnete Eliteeinheit durch die Innenstadt?(...)“. Auch das kann die Polizei beantworten. „Schwer bewaffnet wird die Polizei, so wie auf dem Weihnachtsmarkt, nicht vorzufinden sein“, erklärt Axel Bergmann. Dennoch betont der Polizei-Pressesprecher: „Ja, wir werden den Markt mehr im Fokus haben – die Lage hat sich ja nicht komplett verändert.“

Marc Henkel, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Nienburg bedankte sich bei der Verwaltung für die Umsetzung und fasst in seinem Kommentar abschließend ein Fazit, welches wohl für alle Beteiligten spricht: „Bleibt die Hoffnung, dass die Ringe nicht den Zweck erfüllen, für die sie platziert worden sind.“

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