Endoskopische Lungenvolumenreduktion hilft Patienten

Neues Verfahren  bei Lungenerkrankung in Helios Kliniken erfolgreich

Chefarzt Dr. Thomas Wege (l.) konnte Patient Martin Graue helfen.

Nienburg - Jahrelang litt Martin Graue an einem Lungenemphysem infolge einer Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Husten und Atemnot, häufig schon bei leichter Belastung, war die Folge. Jetzt konnte ihm in den Helios Kliniken Mittelweser geholfen werden.

Erstmals führte Lungenfacharzt Dr. Thomas Wege, seit dem Frühjahr Chefarzt der neuen Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie, in Nienburg eine endoskopische Lungenvolumenreduktion durch.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD genannt, zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Sie ist meist eine Folge des Rauchens und geht im Verlauf häufig mit einem Lungenemphysem einher.

„Dabei handelt es sich um eine unumkehrbare Überblähung und Zerstörung der kleinsten luftgefüllten Strukturen der Lunge. Aus vielen Millionen Bläschen werden weniger und dafür größere, funktionslose Blasen. Durch das Lungenemphysem entsteht somit eine zunehmende Atemnot. Anfangs nur bei körperlicher Belastung, später auch bereits bei geringer Belastung und sogar im Ruhezustand“, erklärt Chefarzt Dr. Wege.

„Durch eine Verkleinerung des Lungenvolumens, der sogenannten endoskopischen Lungenvolumenreduktion, können wir eine Lungenüberblähung verringern und somit eine deutlich spürbare Linderung der Atemnot sowie eine messbare Verbesserung der Lungenfunktion bewirken“, so der Lungenfacharzt. 

Patient kann besser durchatmen

Grund dafür sind sogenannte Bronchusventile, die bei der endoskopischen Lungenvolumenreduktion eingesetzt werden. Diese nur wenige Millimeter kleinen Ventile verschließen sich beim Einatmen, um sich beim Ausatmen wieder zu öffnen. So kann keine neue Luft in die überblähten Bereiche einströmen und die verbrauchte Luft entweicht langsam.

Während eine Lungenvolumenreduktion bei der Linderung der Symptome helfen kann, ist ein Lungenemphysem, genauso wie die Chronische-obstruktive Lungenerkrankung, nicht heilbar. „Dennoch können wir durch den Eingriff die Belastbarkeit und somit die Lebensqualität der betroffenen Patienten steigern“, erklärt Dr. Wege.

Auch Patient Martin Graue war sehr zufrieden. Sofort nach dem Eingriff spürte er, dass er endlich wieder besser durchatmen konnte – und so ist auch ein Spaziergang über den Stationsflur wenige Tage nach dem Eingriff keine unüberwindbare Herausforderung mehr.

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