Gewerkschaft beruft sich auf Renten-Analyse

NGG: Jedem Dritten in Nienburg droht Mini-Rente

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Viele Beschäftigte werden sich in ihrem Ruhestand finanziell massiv einschränken müssen.

Landkreis - von Leif Rullhusen. Die Zahlen klingen dramatisch: Laut einer Rentenprognose der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) droht jedem Dritten in Nienburg Beschäftigten eine Mini-Rente.

„Rund 16.000 Arbeitnehmer im Kreis Nienburg würden, so wie sie heute arbeiten, nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen“, berichtet Claudia Tiedge, NGG-Geschäftsführerin der Region Hannover. Das seien 36 Prozent aller Beschäftigten.

Die Aussagen beruhen auf einer von der Gewerkschaft beim Pestel-Institut in Hannover beauftragten Renten-Analyse. Demnach liege die Schwelle für „Alters-Hartz-IV“ im Landkreis Nienburg derzeit bei 754 Euro im Monat. Sogar unter Vollbeschäftigten habe aktuell jede Dritte im Kreis einen Rentenanspruch von weniger als 1000 Euro monatlich, verdeutlicht Tidge unter Berufung auf die Zahlen des Pestel-Istituts.

Sollte die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent des Einkommens absinken, gäbe es fast 23.000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren eine Rente unterhalb der Grundsicherung erhielten. „Die Bundesregierung hat eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis lediglich 2025 vereinbart“, kritisiert die NGG-Geschäftsführerin. „Das reicht nicht aus.“

So alarmierend die Zahlen klingen, im Bundesvergleich steht der Landkreis Nienburg noch relativ gut dar. Deutschlandweit kommen nach den Berechnungen des Pestel-Instituts sogar 42 Prozent aller Beschäftigten eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung.

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