RWG Niedersachsen Mitte erschließt neues Marktsegment

Kartoffelzentrum Steimbke will Südosteuropa erobern

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Marktbereichsleiter Lars Ording.

Steimbke - Von Jens Heckmann. Für die meisten Norddeutschen sind leckere Kartoffeln etwas Alltägliches. Mancher weiß die braunen Knollen erst nach einem Urlaub fern der Heimat so richtig zu schätzen. Bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Niedersachsen Mitte ist das anders: Dort sind Kartoffeln buchstäblich Wachstumsträger. Vom neuen Kartoffelzentrum in Steimbke aus soll auch ein neues Marktsegment erschlossen werden.

Das Kartoffelzentrum in Steimbke ist neben Hagen und Barnstorf einer von drei Lager-Standorten der RWG. In der in Kooperation mit der Erzeugergemeinschaft gebauten 100 Meter langen, 47 Meter breiten und rund elf Meter hohen Halle lagern, eingeteilt in acht Abteilungen, rund 8000 Tonnen Erdäpfel. Das Gemüse wird gewaschen, poliert, sortiert. Das bedeutet Hightech, die der Laie in einer Lagerhalle nicht erwarten würde, schon gar nicht in einer für Kartoffeln. Es ist so sauber wie in einem modernen Kraftwerk.

„In diesem Jahr haben wir insgesamt rund 110000 Tonnen Kartoffeln umgeschlagen“, sagt Marktbereichsleiter Lars Ording. Die verteilen sich auf rund 45000 Tonnen Rohware für Pommes frites, 30000 Tonnen für Kartoffelchips, 20000 Tonnen Speise- und Pflanzkartoffeln. „Im neuen Anbaujahr gehen wir von einem Wachstum auf 140000 bis 150000 Tonnen aus.“

Dem Standort Steimbke kommt bei dem angepeilten Wachstum durchaus eine wichtige Rolle zu: „Vor allem verfügen wir hier über eine gute Verkehrsanbindung, sowohl in Richtung Südheide als auch zur Autobahn und zu den Ballungsräumen“, sagt Ording. Kaum eröffnet, denke man in Steimbke darum bereits über eine Erweiterung nach. Vorstellbar sei der Bau einer weiteren Lagerhalle. Zwar wird der Marktbereichsleiter nicht konkret, aber doch vielsagend: „Wir haben hier fünf Hektar gekauft. Davon sind aber erst 1,7 Hektar bebaut.“

Jenseits des puren Wachstums will die RWG von Steimbke aus auch im Vertrieb neue Wege gehen. „Für uns ist die Regionalität unserer Produkte besonders wichtig. Wir kennen also unsere Kartoffeln und ihre Qualität. Darum wollen wir unsere Produkte unter der Eigenmarke ,Kartoffelland Hagen‘ selbst vermarkten.“

Die Eigenvermarktung startet zwar vergleichsweise bescheiden, doch sie kann neue Märkte beispielsweise in Südosteuropa erschließen und gezielt den Wunsch vieler Endverbraucher nach Produkten aus der Region erfüllen. Eine zum Zwecke der Eigenvermarktung gegründete 100-prozentige Tochter der RWG, die Kartoffelland Hagen, hat ihren Sitz ebenso in Steimbke wie die Deutschland-Zentrale von Thorsens, dem Skandinavien-Partner der RWG. Kartoffeln von Steimbke vielleicht nicht in die Welt, aber zumindest nach Europa – die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Quelle: kreiszeitung.de

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