Verein wünscht sich Messtafeln an der Hannoverschen Straße

ADFC: Tempo 30 nicht eingehalten

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„Sie rasen wie eh und je“, meinen Wolfgang Faller und Berthold Vahlsing vom ADFC. „Wir fordern zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf.“

Nienburg - Im vergangenen Monat hat die Stadt Nienburg vor verschiedenen Schulen und Kindergärten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 begrenzt. Vor allem die Geschwindigkeitsreduzierung auf der Hannoverschen Straße sorgte für viel Diskussionen (der Blickpunkt berichtete).

Schwächere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kinder sollen so besser geschützt werden. Der Gesetzgeber hat in einer Novelle der Straßenverkehrsordnung die Anordnung dieser Zonen erleichtert. Die Verkehrsbehörde der Stadt hat die Möglichkeit genutzt und mehrfach angeregte Geschwindigkeitsbegrenzungen umgesetzt. Die gelten unter anderem auf der Hannoverschen Straße vor dem Kindergarten „Villa Kunterbunt“.

Jetzt nahmen Mitglieder des Allgeneinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Nienburg die betroffenen Bereiche unter die Lupe, die sich ebenfalls besonders für die Geschwindigkeitsreduzierung auf der Hannoverschen Straße einsetzten. „Neben dem Schutzbereich vor dem privaten Kindergarten hofft man auf mehr Sicherheit für den Fahrradverkehr auf der Fahrbahn“, berichtet der Vereinssprecher des Nienburger ADFC, Berthold Vahlsing, in einer Presseerklärung.

Der ADFC habe gehofft, dass durch die Tempo-30-Anordnung vor dem Kindergarten die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu- und die Fahrgeschwindigkeiten abnehmen würden. „Das scheint sich aber nicht einzustellen“, schreibt der Verband. Vahlsing: „Wir haben bei Beobachtungen subjektiv keine Veränderungen bei den Fahrzeuggeschwindigkeiten feststellen können.“

Fahrradfahrer haben es schwer

Aufgrund von Unfällen in Einmündungsbereichen verschiedener Seitenstraßen – Fahrzeug gegen Fahrradfahrer – hatte die Stadt auf der Hannoverschen Straße den linksseitigen Fahrradverkehr in Richtung Langendamm nicht mehr gestattet. Ab der Kreuzung mit dem Berliner Ring müssen stadtauswärts fahrende Fahrradfahrer die Fahrbahn gemeinsam mit den Kraftfahrzeugen nutzen. Deshalb hatte sich der ADFC sogar für eine Höchstgeschwindigkeit auf der gesamten Hannoverschen Straße von 30 Stundenkilometern stark gemacht. „Wegen des starken Verkehrsaufkommens und erheblicher Fahrzeuggeschwindigkeiten traut sich kaum ein Fahrradfahrer auf die Fahrbahn“, berichtet Vahlsing.

Der ADFC habe mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Kontakt aufgenommen und kurzfristig um die Installation einer Geschwindigkeitsmesstafel gebeten. „Damit soll erreicht werden, dass Verkehrsteilnehmer auf die neue Beschilderung vor dem Kindergarten verstärkt aufmerksam werden. Insgesamt sollte sich das auf die Sicherheit in dem Straßenabschnitt und auch auf den Fahrradverkehr positiv auswirken“, erklärt der ADFC-Sprecher. An die Autofahrer appelliert er Vereinssprecher, mehr Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Gerade die Hannoversche Straße erfordere mit ihren Verschwenkungen und den Parkstreifen erhöhte Aufmerksamkeit und mehr Gelassenheit.

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