Marihuanahandel nicht nachweisbar

Bewährungsstrafe für Drogenbesitz

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Ein 29 Jahre alter Nienburger musste sich vor dem Schöffengericht Nienburg verantworten, weil er in Verdacht geraten war, mit Marihuana gehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, die Droge an eine 16-Jährige verkauft zu haben.

Die Staatsanwaltschaft schilderte das Geschehen wie folgt: Im Juli 2016 kontrollierte eine Polizeistreife mehrere Jugendliche in den Weserwallanlagen in Nienburg. Bei einer 16-Jährigen fanden sie Marihuana, dass diese vom Angeklagten erworben haben wollte. Die Polizisten nahmen die Jugendliche in Gewahrsam und machten auf dem Weg zur Dienststelle einen kleinen Umweg, auf dem sie den Beamten das Haus zeigte, in dem der Angeklagte wohnte und wo sie die Drogen abgeholt haben wollte. 

Darüber hinaus gab sie den Polizeibeamten gegenüber an, dass sie in zwei Fällen zuvor über einen Freund Drogen vom selben Dealer bezogen habe. Aufgrund dieser Aussage erwirkte die Polizei einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Angeklagten und fand dort circa 60 Gramm Marihuana.

Zweiter Dealer mit selbem Vornamen 

Bei der späteren Vernehmung machte die 16-Jährige Angaben zur Einrichtung der Wohnung sowie zum Vornamen des Angeklagten, der – wie sich später herausstellte – nicht mit dem Vornamen des Angeklagten übereinstimmte. Außerdem erkannte sie den Angeklagten nicht auf ihr vorgelegten Fotos. Während der Gerichtsverhandlung wurde der Vorname des Angeklagten zum Thema. Bei weiteren Ermittlungen der Polizei wurde festgestellt, dass in der Nähe des Angeklagten ein weiterer Drogendealer wohnt, auf den der Vorname zutrifft. Des Weiteren machte der Polizeibeamte, der die Ermittlungen geleitet hatte, Angaben zur Wohnungseinrichtung, die nicht mit den Angaben der Zeugin übereinstimmten.

Durch das Gericht zur Menge des Marihuanas befragt, gab der Angeklagte an, dass er sich mit drei oder vier anderen zusammengetan habe, um eine größere Menge Marihuana zu kaufen. Hierdurch habe er einen günstigeren Preis erzielen können. Die drei bis vier Leute hätten sich die Drogen geteilt. Darüber hinaus habe er, ohne Geld zu kassieren, Marihuana an andere abgegeben, da er von denen, als er kein Geld hatte, ebenfalls etwas bekommen habe.

Handel nicht nachweisbar

Die 16 Jahre alte Zeugin war zur Gerichtsverhandlung nicht erschienen, sodass das Gericht sich auf die Aktenlage stützen musste. Letztendlich verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten zu sechs Monaten Freiheitsstrafe, da er Marihuana in nicht geringer Menge im Besitz hatte.

Ein Handel konnte ihm nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, sodass dieser Anklagepunkt fallen gelassen wurde. Die Verhängung der Freiheitsstrafe begründete das Gericht unter anderem damit, dass der Angeklagte bereits einschlägig in Erscheinung getreten war.

Gegen die 16-jährige Zeugin, die nicht zum Termin erschienen war, wurde ein Ordnungsgeld verhängt.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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