„Situation falsch eingeschätzt“

Nienburg: Einspruch gegen Strafbefehl

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr war gegen einen 39-jähringen Nienburger ein Strafbefehl in Höhe von 40 Tagessätzen zu je 30 Euro erlassen worden, weil er im April vergangenen Jahres in Nienburg mit seinem Pkw der Polizei aufgefallen war.

Zum fraglichen Zeitpunkt war er alkoholisiert. Eine von ihm entnommene Blutprobe ergab 2,58 Promille. Sein Führerschein wurde ihm noch am Vorfallstag abgenommen, eine Führerscheinsperre von sechs Monaten war verhängt worden.

Über seinen Anwalt hatte der Angeklagte Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, sodass es nunmehr zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Nienburg kam. Über seinen Anwalt erklärte der Angeklagte, dass er die Tat selbst einräumen würde, er nur aufgrund der Rechtsfolgen Widerspruch eingelegt habe. So konnte auf die Vernehmung der geladenen Zeugen verzichtet werden.

Für seinen Mandanten führte Rechtsanwalt Funk aus, dass dieser durch den hohen Grad der Alkoholisierung den Überblick völlig verloren und sich selbst überschätzt habe. Er habe die Situation total falsch eingeschätzt und sich dann ins Auto gesetzt. In der Folgezeit habe sich der Angeklagte bereits in eine ambulante Therapiemaßnahme begeben, um seinen Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen.

Nach der Beweisaufnahme forderte die Staatsanwaltschaft die Bestätigung des Strafbefehls, während Rechtsanwalt Funk eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu 15 Euro beantragte. Auf die Entziehung der Fahrerlaubnis sollte verzichtet werden, zumal das Damoklesschwert der medizinisch-psychologischen Untersuchung über ihm schwebe.

Das Gericht verurteilte ihn zu 30 Tagessätzen zu 10 Euro, entzog die Fahrerlaubnis und verhängte eine Sperre von noch drei Monaten. Die Reduzierung der Tageshöhe begründete das Gericht mit der Unterhaltsverpflichtung der Familie gegenüber, die nicht unter der Tat leiden dürften.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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