Schiffe sollen geschlossene Eisdecke verhindern

Nienburg: Eisbrecher auf der Weser im Einsatz

Der Eisbrecher „EisEd2“ liegt an einem Anleger im Nienburger Hafen
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Der Eisbrecher „EisEd 2“ ist derzeit im bereits teilweise zugefrorenen Nienburger Hafen stationiert.

Ein seltenes Bild auf der Weser im Landkreis Nienburg: Aufgrund der klirrenden Kälte sind mehrere Eisbrecher im Einsatz, um vor allem die Wehre eisfrei zu halten.

  • Sechs Eisbrecher zwischen Petershagen und Langwedel im Dauereinsatz
  • WSA-Fachbereichsleiterin: So eine Extremwetterlage zuletzt vor 50 Jahren
  • Einsatz sorgt für Diskussionsstoff und unzufriedene Binnenschiffer

Landkreis Nienburg - von Leif Rullhusen. Seit Tagen Dauerfrost und nachts Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Hoch Tristan hat Niedersachsen fest im Griff. Die eisige Kälte wirkt sich mittlerweile massiv auf die Schifffahrt aus.

Sechs Eisbrecher sind deshalb seit Donnerstag rund um die Uhr auf der Mittelweser zwischen Petershagen und Langwedel im Einsatz, um insbesondere die Wehre, Schleusen, Schleusenkanäle und Häfen eisfrei zu halten. Im Nienburger Hafen bezog vorgestern die vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser gecharterte „EisEd 2“ aus Berlin Stellung. Die Besatzung des 30 Meter langen Eisbrechers schützt die wasserbaulichen Anlagen im Landkreis Nienburg vor Eisgang. Sie soll die Bildung einer geschlossenen Eisdecke oberhalb der Wehre verhindern, damit das Eis kontrolliert über die Wehranlagen abgeleitet werden kann.

„WSA ist auf die Eisbildung gut vorbereitet“

„Das WSA Weser ist mit entsprechenden Konzepten auf die Eisbildung an den Wasserstraßen gut vorbereitet. Die lang anhaltende Extremwetterlage stellt dennoch eine besondere Situation dar, die nicht alltäglich ist und in dieser Form an der Mittelweser zuletzt in den fünfziger Jahren aufgetreten ist“, erklärt Yasmin Yazdi, Fachbereichsleiterin Schifffahrt beim WSA.

Die „EisEd 2“ vor Nienburg auf dem Weg zu ihrem Einsatz.

Der Einsatz der Eisbrecherflotte auf der Weser hatte in den vergangenen Tagen einigen Diskussionsstoff geliefert. Die Schiffe sind sonst auf dem Mittelland- und dem Elbe-Seitenkanal unterwegs. Sie wurden vorsichtshalber auf die Weser abgezogen, um dort vor Wehren Eisschollen zu brechen – so solle der Druck, der durch das Eis auf diesen Anlagen laste, gemindert werden, berichtete ein WSA-Sprecher.

Mittelland- und Elbe-Seitenkanal seit Mittwoch gesperrt

Beide Kanäle wurden daraufhin am Mittwochabend gesperrt. Zu früh, sind die Binnenschiffer der Meinung, die nun aufgrund der gesperrten Kanäle festliegen. Ihrer Meinung nach hätte das WSA sowohl mit der Sperrung als auch dem Abziehen der Eisbrecher warten sollen. Mit Blick auf die Dauerfrostperiode mit bis zu minus 20 Grad hätten die Eisbrecher dem WSA-Sprecher zufolge den Mittellandkanal und den Elbe-Seitenkanal voraussichtlich ohnehin nur noch eingeschränkt frei halten können.

Für die Nienburger bietet sich aufgrund des extremen Wetters mit dem Eisbrechereinsatz auf jeden Fall ein äußerst seltenes Bild auf der Weser.

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