Aufnahme im Nienburger Horizont-Studio 

25 Stunden Arbeit: So entsteht ein Wesemann-Song

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Feinschliff: Frank Wesemann und Erik Regul (von links) diskutieren über Einzelheiten im Song.

Nienburg (max) › „Noch mal“. „Gut so, noch mal bitte“. „Ein letztes Mal noch“ – alleine einen Chor aufzunehmen kann sehr mühsam sein.

Die Nachbarn bekommen davon aber nichts mit, denn von außen ist alles komplett ruhig. Und wäre da nicht das große Banner des Horizont-Studios vor der Garage gehängt, würde absolut nichts darauf hindeuten, dass drinnen Nienburgs wohl bekanntester Musiker seinen neuen Song aufnimmt.

Die Rede ist von Singer/Songwriter Frank Wesemann. Seine Single „Nie zu spät“ war acht Mal in der NDR-Hitparade. Die Diskografie zählt mittlerweile vier Alben – das letzte mit dem Titel „4“ erschien 2016. Neue Musik muss also her – und die wird im Horizont-Studio von Erik Regul produziert.

Im Studio selbst ist es nicht mehr so ruhig wie draußen. Wesemann singt immer und immer wieder die selbe Tonfolge ein – gut 20 bis 30 Mal. „Das muss so“, sagt Erik Regul, Wesemanns Produzent.

Studio-Traum in Nienburg erfüllt 

Sein Horizont-Studio im Sorenkamp existiert seit Anfang 2016. Damit hat er sich einen Traum erfüllt: Sein eigenes Home-Studio. Mit dem Horizont-Studio hat der selbstständige Produzent sich auf Rock- und Popmusik spezialisiert. Unter anderem nahm er auch die Band „Meilentaucher“ und Sängerin Nadine Fingerhut auf. Seit der Entstehung von Wesemanns zweitem Album im Jahr 2010 arbeiten die beiden zusammen. Zuvor hatte Regul bereits in Wesemanns Band gespielt.

Erik Regul hat sich Anfang 2016 mit seinem eigenen Home-Studio einen Traum erfüllt.

Immer noch dröhnt dieselbe Tonfolge durch die Boxen des Studios. „Es muss so oft aufgenommen werden, damit es sich im fertigen Song wie ein Chor anhört. Die einzelnen Aufnahmen werden übereinandergelegt“, erklärt Regul. Gibt es genug Aufnahmen von einer Stimme, muss noch eine zweite Variation des „Chors“ aufgenommen werden. Also beginnt das selbe Spiel von vorn.

Kreativität muss fließen

Die Arbeit an dem neuen Lied ist fast abgeschlossen. Wesemann muss noch die letzten Chor- und Background-Stimmen einsingen, danach wird noch gemixt und gemastert. Zu diesem Zeitpunkt stehen 16 Arbeitsstunden auf der Uhr. „Am Ende werden es wahrscheinlich um die 25“, schätzt Regul. Die Arbeit geht meistens über mehrere Wochen. „Wir treffen uns immer für mehrstündige Sessions im Studio. Je nachdem wie gut der kreative Prozess fließt“, verraten Sänger und Produzent.

Der Aufnahmeraum, in dem Wesemann steht, ist die umgebaute Garage des Hauses. Regul sitzt im Raum direkt darüber vor dem Mischpult. Plötzlich ein leicht krächzender Ton. „Gleich noch mal“. Die beiden kommunizieren über Kamera und Mikrofon. Das macht es einfacher wenn sich Wesemann mal versingt oder die Aufnahme ihm nicht gefällt. Manchmal bricht er die Aufnahme auch ab, um sich neu einzusingen. „Die hohen Töne machen mir in den Morgenstunden oft zu schaffen“, gibt er zu und lacht.

Frank Wesemann will im Herbst sein fünftes Solo-Album angehen.

„Meine Songs entstehen oft so, dass ich Textpassagen und eine Melodie im Kopf habe und mit diesen Ideen gehe ich dann ins Studio“, beschreibt Wesemann den Entstehungsprozess. Aus dieser Rohfassung wird bei Regul nach und nach ein fertiges Lied. Zusammengesetzt wird der Song aus verschiedenen Elementen – mal kommt die Musik zuerst, mal der Text. „Wir arbeiten oft an mehreren Songs gleichzeitig, deswegen wissen wir nicht immer sofort, für welchen wir das gerade Entstandene nutzen“, erklärt der Sänger.

Zunächst wird geschaut, wie man die Melodie-Idee auf Instrumenten umsetzen kann. Die Instrumente werden entweder selbst eingespielt oder kommen vom Computer. Wesemann spielt die Gitarren und Multiinstrumentalist Regul alles andere.

Wesemann hat Gutes Gefühl

Beim aktuellen Song mit dem Arbeitstitel „Wenn das so weiter geht“ ging alles relativ schnell. „Ich hatte gleich das Gefühl, dass das Lied Single-Charakter hat“, sagt Wesemann – ob es am Ende wirklich so kommt steht allerdings noch nicht fest. Dazu muss erst noch getestet werden, ob der Song radiotauglich ist.

Wenn alles fertig aufgenommen ist, muss Regul den Song noch mixen und mastern. Das kann manchmal ganz schön kompliziert sein: „Der Song hat am Ende vermutlich um die 50 Spuren. Das geht noch. Ich habe auch schon Metal-Bands aufgenommen, wo die Songs über 100 Spuren hatten.“

In den nächsten Wochen wird also eine neue Frank Wesemann-Single erscheinen – vielleicht heißt sie „Wenn das so weiter geht“. „Eventuell produzieren wir sogar noch ein Video“, verrät der Sänger. Doch damit nicht genug. Genauer genommen ist die Singleproduktion erst der Startschuss für das nächste größere Projekt. Ab Herbst geht es noch mal für längere Zeit ins Studio – dann wollen Wesemann und Regul das neue Album in Angriff nehmen.

Frank Wesemann rockt im Club

 © Heiko Lächelt
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