Zecken sind bereits jetzt aktiv

Nienburg: FSME-Risikogebiete rücken näher

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Klein, unscheinbar und unter Umständen höchst gefährlich: Zecken erwachen bereits bei den derzeitigen Temperaturen aus ihrem Winterschlaf.

Landkreis - von Leif Rullhusen. Die durch Zecken übertragbare, höchstgefährliche Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist auf dem Vormarsch.

Fünf Landkreise in Deutschland sind neue FSME-Risikogebiete, darunter das Emsland als erster Kreis in Norddeutschland. Damit liegt das Risikogebiet für Krankheiten durch Zeckenbisse gerade einmal knapp 100 Kilometer von der Nienburger Kreisgrenze entfernt. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 583 FSME-Fälle gemeldet. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Meldepflicht. Im Landkreis Nienburg sind bisher zwei Fälle bekannt, in denen sich die Betroffenen auch innerhalb der Kreisgrenzen infiziert haben.

„Insgesamt gab es in den vergangenen fünf Jahren im Landkreis Nienburg fünf FSME-Fälle“, berichtet Landkreissprecher Cord Steinbrecher. Drei der Betroffenen hätten sich aber zuvor in Risikogebieten aufgehalten. Aufgrund dieser Zahlen bestehe keine Gefahr, dass der Landkreis Nienburg als Risikogebiet eingestuft werde, versichert Steinbrecher. Wie im vergangenen Jahr will das Gesundheitsamt mit einer Wanderausstellung über Zecken und die von ihnen ausgehenden Gefahren aufklären. Derzeit bemüht sich Nienburgs Amtsarzt Dr. Torsten Vogel darum, die Ausstellung wieder nach Nienburg zu bekommen.

Die rot markierten Bereiche sind FSME-Risikogebiete. In den gelb gekennzeichneten Bereichen sind FSME-Erkrankungen bislang vereinzelt aufgetreten. Die Karte hat die fünf neuen Risikogebiete, darunter das Emsland, noch nicht berücksichtigt.

Die Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden, lauert nicht erst bei sommerlichen Temperaturen. Bereits bei sieben Grad Außentemperatur werden die Spinnentiere aktiv. Derzeit ist es tagsüber deutlich wärmer. Zecken erwachen aus ihrer Winterstarre, sobald diese Temperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen erreicht oder überschritten werden. Die zu den Milben zählenden Spinnentiere können neben FSME-Viren auch Borreliose-Bakterien sowie 50 weitere Krankheitserreger übertragen. FSME-Viren sind besonders gefährlich, weil sie Hirnhautentzündung und bleibende Lähmungen verursachen können. Die FSME-Erkrankung verläuft bei einem großen Teil der Infizierten und besonders bei Kindern ähnlich wie eine Sommergrippe. In 20 bis 30 Prozent der Fälle kann es aber zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks kommen.

Auch wenn die Mittelweserregion noch nicht zu den FSME-Risikogebieten gehört, sind Vorsorgemaßnahmen dennoch sinnvoll, um das Risiko eines Zeckenbisses zu minimieren. Dazu zählt helle Kleidung, auf der die dunklen Spinnentiere besser zu erkennen sind. Eine weitere wirkungsvolle Schutzmaßnahme sind lange Ärmel und Hosenbeine. Zudem sollte man nach jedem Aufenthalt in der Natur seinen Körper gründlich absuchen.

Da Zecken das FSME-Virus aber sehr schnell auf den Menschen übertragen, bietet nur eine Impfung vollen Schutz. Für Menschen, die in Risikogebieten in Deutschland wohnen oder dorthin reisen, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Eine Impfpflicht besteht nicht. Allerdings empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts die Impfung Menschen, die in den gekennzeichneten Regionen mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Außerhalb des Risikogebiets ist eine Infektion mit dem FSME-Virus laut des Niedersächsischen Landesgesundheitsamt sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig auszuschließen.

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