Nienburger Beamte nehmen randalierenden Fahrgast fest

„Schwarzfahrer“ verurteilt: Polizist ins Gesicht geschlagen 

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Am Nienburger Bahnhof endete die Fahrt für den alkoholisierten und aggressiven Fahrgast. Gestern wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Vor dem Amtsgericht Nienburg musste sich am Dienstag ein 62 Jahre alter Bremer verantworten, der an an einem Abend im Mai mit dem Zug von Bremen nach Hannover fuhr.

Während der Zugfahrt wurde er von der Zugbegleiterin kontrolliert und sollte seinen Fahrschein vorzeigen. Hierauf reagierte der Angeklagte ungehalten. Er hantierte in seinen Taschen umher und suchte nach seinem Fahrschein, konnte allerdings nur eine Fahrkarte, die von Cloppenburg bis Bremen gültig war, vorweisen.

Der offensichtlich alkoholisierte Angeklagte steigerte sich immer mehr in die Situation hinein und fing an, die Zugbegleiterin auf die übelste Art und Weise zu beleidigen. Die ließ sich trotz alledem nicht aus der Ruhe bringen und versuchte weiterhin, vom Fahrgast eine gültige Fahrkarte zu bekommen, was letztendlich aber erfolglos blieb.

Ein Polizeibeamter, der sich ebenfalls mit dem Zug auf dem Weg zum Dienst befand, schaltete sich in das Geschehen ein und kam der Zugbegleiterin zur Hilfe. Auch er versuchte zunächst beruhigend auf den Mann einzuwirken. Er forderte den Mann auf, entweder einen gültigen Fahrausweis oder seinen Personalausweis herauszugeben. Auch die Aufforderung des Polizeibeamten lief ins Leere und führte dazu, dass auch er in übelster Weise beschimpft wurde. Er wurde vom Angeklagten als „Witzfigur“ und „abgefuckter Osterhase“ bezeichnet.

Da die Situation nun am Ort des Geschehens nicht zu beruhigen war, entschlossen sich die Zugbegleiterin und der Polizeibeamte, den Mann vor die Steuerkabine zu bringen, da dort mehr Platz war.

Als der Polizeibeamte den Angeklagten anfasste, widersetzte sich dieser, schlug dem Polizeibeamten mit der Faust ins Gesicht und trat ihm vor den Oberschenkel. Der Polizeibeamte setzte sich zur Wehr und brachte den Mann zu Boden und zog ihn anschließend aus dem oberen Abteil des Waggons nach unten vor die Steuerkabine. Da der Angeklagte nicht zu beruhigen war, legte der Polizist ihm schließlich Handfesseln an. Die zwischendurch verständigte Nienburger Polizei nahm den Angeklagten schließlich in Empfang. Dort verbrachte er den Rest der Nacht in einer Arrestzelle.

Bei der Gerichtsverhandlung räumte der Angeklagte sämtliche Vorwürfe ein und zeigte sich reumütig. Er entschuldigte sich bei dem geschädigten Polizeibeamten, der als Zeuge vernommen worden war. In der Urteilsfindung kam das Gericht zu dem Ergebnis, dass der hohe Grad der Alkoholisierung mit 2,7 Promille kein Milderungsgrund für den Angeklagten darstellt, da er alkoholgewöhnt sei. Darüber hinaus konnte nicht außer Acht gelassen werden, dass der Angeklagte bereits mehrfach einschlägig in Erscheinung getreten war. Das Gericht entschloss, dass der Beschuldigte zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt werden muss, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Weiter muss er 50 Stunden Sozialarbeit leisten.

Zum Abschluss des Verfahrens rügte der Richter die nicht vorhandene Hilfsbereitschaft anderer Zugfahrgäste, die er allerdings auch nicht zu beurteilen habe.

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