CDU-Abgeordneter Maik Beermann hört aufmerksam zu

Zerreisprobe für Hebammen 

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CDU-Bundestagsabgeordneter Maik Beermann traf sich mit Nienburger Hebammen, um über die aktuellen Probleme des Berufsstandes zu sprechen.

Nienburg - Auf Einladung des Nienburger CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann kamen kürzlich Hebammen aus dem Landkreis Nienburg zu einem Runden Tisch zusammen, um über die aktuellen Probleme des Berufsstandes zu sprechen.

„Für viele war das Thema mit der temporären, in diesem Juli auslaufenden Lösung, um die hohen Beiträge zur Haftpflichtversicherung bei den freiberuflich tätigen Hebammen mit Geburtshilfe, beendet. Doch der Berufsstand, ganz gleich ob als freiberufliche oder angestellte Hebamme, steht vor einer Zerreisprobe“, sagt der Abgeordnete Beermann.

„Die verantwortungsvolle Tätigkeit der Hebammen in Deutschland ist ein wertvoller gesellschaftlicher Beitrag. Ihre Zuwendung und ihre Leistungen sind für Schwangere und junge Mütter vor, während und nach der Geburt von besonderer Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass die Entscheidung der werdenden Mütter, wo und wie sie entbinden möchten, auch in Rücksprache mit einer vertrauten Hebamme erfolgen kann. Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe und Hebammenleistungen sowie eine angemessene Vergütung ist mir ein wichtiges Anliegen“, begründete Beermann den Auftakt des Runden Tisches.

Beermann war jedoch nicht als Referent, sondern als Zuhörer gekommen und Hebammen nutzten diese Gelegenheit, um ihre Sorgen und Nöte zu schildern. So wurde deutlich, dass der Bedarf an Hebammen weiterhin sehr hoch ist und die Hebammen bei aktuell steigenden Geburtenraten nicht über zu wenig Arbeit klagen könnten.

Berufsstand hat viele Probleme

Abseits des Problems der zu hohen Haftpflichtversicherungsbeiträge, welches weiterhin bestehe, leidet der Beruf zunehmend auch an Nachwuchsmangel. „Ich kenne keine Hebamme, die ihren Beruf nicht gerne macht. Aber ich kennen auch nur wenige, die ihren eigenen Kindern diesen Beruf empfehlen würden“, fasste Beermann den Zustand zusammen. Die Kapazität der Ausbildungsplätze der Hebammenschule Minden reiche nicht aus, um den Bedarf der Region zu decken. Hauptproblem sei hier der demographische Wandel und dass die Bezahlung im Beruf am Ende für Freiberufliche teilweise sogar, trotz eines hohen Arbeitspensums, unter der Ausbildungsvergütung liege. Schuld hieran seien zu geringe Abrechnungssätze, die dem Arbeitsaufwand, der Verantwortung und dem Risiko des Berufes nicht gerecht werden würden, welches sich in den hohen Haftpflichtbeiträgen sichtbar niederschlage.

Auf Unverständnis stieß bei Beermann auch die Pflicht der Hebammen trotz Freiberuflichkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein zu müssen – bei ungewöhnlich hohen Sätzen, die sich nicht mit dem Lohn entwickeln. Ebenso war die mangelnde Personaldecke in den Kliniken und die teilweise berufsfremden Tätigkeiten Thema. Irritiert mussten Hebammen auch feststellen, dass sie nach der Zusatzausbildung zur Familienhebamme schlechter verdienten als zuvor. Hier jedoch sei nicht die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen gefragt, sondern die Landkreise.

Kopfschmerzen bereite den Hebammen auch die geplante Voll-Akademisierung ihre Berufes. Diese erfolgt nach europäischer Vorgabe und soll später eine höhere Vergütung zur Folge haben. Befürchtet werden jedoch zwei Klassen und das Abwandern junger Hebammen in die Wissenschaft und Forschung. Zwar gibt es schon heute die Möglichkeit für Hebammen sich zu akademisieren. Eine Voll-Akademisierung würde eine Zentralisierung der Ausbildung auf einige wenige Standorte bedeuten, damit fiele für eine bedeutende Anzahl der Bewerberinnen die Chance auf einen Ausbildungsplatz weg. „Ich glaube, eine rein zentralisierte akademische Ausbildung täte dem Berufsstand aber auch dem Ausbildungsangebot in der Fläche nicht gut den notwendigen Berufsnachwuchs“, so Beermann.

„Ob eine Verringerung der Bürokratie, Änderung der Rentenversicherungsregeln, Anpassung der Regelung bei den Krankenkassenbeiträgen oder eine Anpassung der Vergütungssätze, die jedoch auch der Tarifautonomie unterliegen: Es gibt politische Handlungsfelder, an denen man ansetzen kann. Ich werde dazu jedenfalls in Berlin die nötigen Gespräche führen und werde den Runden Tisch gerne in Zukunft fortsetzen“, legte Beermann zum Abschluss der Gespräche als Perspektive aus.

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