Nienburger Helios-Kliniken nehmen wieder Regelpatienten auf

Ein Schritt in Richtung Krankenhaus-Normalität

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Wie lange Patienten auf ihre Behandlung warten müssen, hängt vom Notfallgeschehen ab.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Langsam öffnet das Nienburger Krankenhaus seine Türen für Patienten mit geplanten und durch die Corona-Pandemie verschobenen Behandlungen und Operationen. „Der Regelbetrieb wird schrittweise wieder aufgenommen“, berichtet Silke Schomburg, Referentin für Unternehmenskommunikation und Marketing der Helios-Kliniken Mittelweser in Nienburg. Die ersten, durch den Shutdown aufgeschobenen Operationen wurden bereits nachgeholt.

Seit vergangener Woche wagt die Klinik den vorsichtigen Weg in Richtung Normalität. „Auch wir finden es wichtig, dass wir Patienten, die beispielsweise unter Schmerzen leiden und deren Eingriffe wir wegen der COVID-19-Pandemie zurückgestellt haben, wieder behandeln können. Deshalb führen wir dies sicher und mit Augenmaß durch“, betont Schomburg. 

Dabei halte sich das Krankenhaus an die entsprechende Verordnung des Landes Niedersachsen. Nach dieser gesetzlichen Vorgabe müssen 20 Prozent der regulären Klinikbetten und 25 Prozent der Intensivbetten mit maschineller Beatmungsfähigkeit für Corona-Erkrankte freigehalten werden.

Grundsätzlich werden zunächst die Operationen nachgeholt, die bereits vor der Corona-Krise geplant waren. Bei der Reihenfolge sei aber entscheidend, wie dringend der Eingriff beziehungsweise wie schwer der jeweilige Patient betroffen ist. 

Silke Schomburg: „Das ist eine individuelle Entscheidung.“ Wie lange Patienten auf ihren Operationstermin warten müssen, hänge vom Notfallgeschehen ab. „Wir nutzen unsere Kapazitäten optimal aus“, versichert die Referentin.

Klinik handelt nach Hygienevorgaben

Dabei handelt die Klinik entsprechend der Hygienevorgaben des Robert-Koch-Instituts. „Das Helios-Konzept für die Wiederaufnahme elektiver Behandlungen gibt die notwendigen Abstandsregeln in Patientenzimmern – zwei Meter Kopfabstand – und in anderen Klinik-Bereichen vor“, erläutert Schomburg. 

Zudem gebe es in der Klinik bestimmte Bereiche, in denen Patienten je nach Risikoprofil behandelt werden, um einer gegenseitigen Infektion entgegenzuwirken. Alle Patienten mit einem erhöhten Risikoprofil würden isoliert behandelt und die Mitarbeiter die entsprechende Schutzkleidung tragen. 

Darüber hinaus gelte in der Klinik nach wie vor eine Mund- und Nasenschutzpflicht für alle Mitarbeiter und Patienten. Sollten die Ärzte die Notwendigkeit eines Corona-Tests als hoch einschätzen, so werde dieser auch im Krankenhaus gemacht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am 10. März die Krankenhäuser aufgefordert, alle planbaren Operationen aufzuschieben. Seit Anfang dieses Monats dürfen die Kliniken nach dieser Vollbremsung nun langsam wieder in den Regelbetrieb zurückkehren.

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