Neue Wege für Verein und Bädergesellschaft / Politik beschließt Förderung

Holtorfer Freibad vor ungewisser Zukunft

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Sie wollen die Zukunft des Holtorfer Freibades gemeinsam in die Hand nehmen (v.l.): Heike Mühlmann, Ralf Gilster, Marko Borchers, Georg Hennig, Katrin Beermann, Olaf Seemeyer, Hans-Werner Max und Ingo Schliep.

Holtorf - Von Lisa Hustedt und Johanna Müller. Die Zukunft des Freibads am Dobben ist unklar. Durch einen Pumpenausfall im vergangenen Jahr, durch den das Bad vorübergehend geschlossen werden musste und nur achtzehn Tage Sonne, haben rund 20.000 Euro am Jahresende in der Kasse gefehlt.

Auch der Verkauf der Eisbahn und die daraufhin ganzjährig zu Verfügung stehende Minigolfbahn, konnten dies bisher nicht vollständig wieder wettmachen. Die Tatsache, dass es einen allgemeinen Rückgang von Besucherzahlen in Bädern gibt, wodurch anfängliche enorme Besucherzahlen nicht mehr erreicht werden, trägt nicht zu einer Besserung der Situation bei.

Immerhin wird das Bad dieses Jahr 50 Jahre alt. Vor 15 Jahren übernahm der Förderverein trotz einer ungewissen Zukunft den Betrieb. Bis heute wird es von größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern am Leben erhalten. Doch jetzt soll diese unklare Zukunft gemeinsam gestaltet werden: Der Verein zur Förderung und Erhaltung des Freibades am Dobben und die Bädergesellschaft der Stadt Nienburg möchten gemeinsam neue Wege gehen und dafür in Zusammenarbeit investieren.

Ein neues Konzept soll her

Zu diesem Anlass trafen sich Ralf Gilster als Vereinsvorsitzender, Georg Hennig als Aufsichtsratsvorsitzender der Bädergesellschaft und Olaf Seemeyer, der Geschäftsführer des Wesavi mit weiteren Akteuren in der Anlage des Freibads. Klar ist, dass das Bad auf jeden Fall weiterhin erhalten werden soll. „Jetzt geht es um die Konzepterstellung“, betonte Hennig. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde über Probleme, wie die Personalkostenerhöhung, die knapp werdenden Rücklagen und den Fachkräftemangel gesprochen. 

Es gäbe verschiedene Möglichkeiten, was mit dem Bad in Zukunft passieren könnte: Die Umwandlung in ein Naturbad, die Sanierung im Bestand oder eine Verkleinerung, indem man zum Beispiel weniger Becken betreibt. Darüber soll nun eine Planstudie über Investitionen von vorläufig angedachten rund 35.000 Euro Klarheit verschaffen. „Wir befinden uns am Anfang von Gesprächen“, so Hennig. Wie diese Gespräche sich im Verlauf des kommenden Jahres entwickeln werden, ist offen. 

50.000 Euro zusätzlich 

Doch bevor diese langfristige Planung überhaupt starten kann, ging es am Montagabend zunächst darum, kurzfristig zu handeln, um den Betrieb in der kommenden Saison zu ermöglichen. Im November hatte der Freibadverein bei der Stadt eine zusätzliche Förderung von 50.000 Euro beantragt – zu große Defizite seien die Bilanz des vergangenen Jahres. Der Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport hatte schließlich darüber zu entscheiden. Die Verwaltung hatte in einer ersten Stellungnahme diese Genehmigung nicht empfohlen. Es fehlte eine Aufstellung über die Finanzen des Vereins. Diese wurde nachgereicht und verdeutlicht die angespannte Situation. 

Auf Vorschlag des Ortsrates Holtorf wurde der Beschlussvorschlag außerdem dahingehend geändert, dass ein Zuschuss in Höhe von bis zu 50.000 Euro in den Haushalt 2018 eingestellt werden soll, der bei Bedarf jederzeit für den Förderverein abrufbar sei. Einstimmig wurde dieser Vorschlag vom Ausschuss empfohlen. Ein Beschluss des Stadtrates ist daher wahrscheinlich.

Gilster bedankte sich für diese Entscheidung und fragte, ob er davon ausgehen könne, dass die Gespräche über die Zukunft des Bades im gleichen Team weitergehen würden. „Ja“, lautete die Antwort von Georg Hennig, der sich ausnahmsweise als Ausschussvorsitzender dazu äußerte. Auch Bürgermeister Henning Onkes stimmte dem zu und betonte: „Zu keinem Zeitpunkt gab es die Überlegung, das Bad zu schließen.“

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