Preise im Landkreis deutlich unter Bundesdurchschnitt

Immobilien werden teurer

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Nienburg - Von Max Brinkmann. Florian Bauer vom Landesamt für Geoinformation stellte den neuen Grundstücksmarktbericht für das Jahr 2017 vor. Die gute Nachricht für alle, die planen in näherer Zukunft ein Haus zu kaufen: „Der Preis für Immobilien im Landkreis Nienburg liegt 42 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt“, gibt Bauer bekannt.

Bei Focus Online war Nienburg sogar auf Platz zehn der Orte in Deutschland, in denen ein Haus wenig kostet und stark im Wert steigt. Dennoch werden die Preise für Häuser und Wohnungen im Landkreis nicht billiger.

Der Gutachterausschuss Sulingen-Verden hat für den Bericht insgesamt 8 571 Kaufverträge ausgewertet. Hierbei sind insgesamt rund 1,26 Milliarden Euro umgesetzt worden. Gegenüber dem Vorjahr sind die Anzahl der Verträge über bebaute Grundstücke im Landkreis nahezu konstant. Der Geldumsatz ist hingegen erneut gestiegen. Im gesamten Landkreis wurden für 770 bebaute Grundstücke 117 Millionen Euro gezahlt.

Das mittlere, freistehende Einfamilienhaus kostete 2017 im Landkreis 130.000 Euro, gegenüber 125.000 Euro im Vorjahr – ein Anstieg um vier Prozent. Der Landkreis Nienburg liegt im niedersächsischen Vergleich jedoch weit hinten und ist mit Regionen des südlichen und östlichen Niedersachsens vergleichbar.

Die Nachfrage nach dem klassischen Einfamilienhaus ist weiterhin hoch und im Landkreis Nienburg vergleichsweise günstig. Hinzu kommen die niedrigen Hypothekenzinsen und der Wunsch der Geldanlage in sicheren Sachwerten. Diese Effekte treiben die Immobilienpreise im Landkreis weiter nach oben, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Klares Nord-Süd-Gefälle

Die Preisunterschiede zwischen der Stadt Nienburg und dem übrigen Landkreis sind weiter deutlich vorhanden. So kostete das durchschnittliche Ein- und Zweifamilienhaus (Baujahr 1970, 146 Quadratmeter Wohnfläche) in der Stadt Nienburg 160.000 Euro. Auf dem zweiten Platz liegt die Samtgemeinde Hoya – und zwar mit einem deutlich geringerem Mittelwert von 136.000 Euro. Dahinter folgen die Umlandgemeinden der Stadt Nienburg und am untersten Ende liegen die Gemeinden des Südkreises. Alle Durchschnittswerte sind in der Grafik nachzulesen.

Seit 2010 ist im Bereich der Stadt Nienburg ein kontinuierlicher Preisanstieg von insgesamt 28 Prozent zu beobachten, während dieser im übrigen Landkreis mit 16 Prozent deutlich niedriger ist. Reihenhäuser und Doppelhaushälften kosten im Landkreis durchschnittlich 103.000 Euro. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Preissteigerung von rund fünf Prozent. „Hier kommt es auch auf das Baujahr an“, erklärt der Dezernatsleiter für Grundstückswertermittlung Bauer: „Bei älteren Häusern können die Preise um 10.000 bis 20.000 Euro sinken.“

Der Umsatz an Eigentumswohnungen ist in 2017 zurückgegangen. Das dafür gezahlte Geld hingegen bewegt sich fast auf Vorjahresniveau. Ein Indiz für weiterhin steigende Preise. Gebrauchte Wohnungen aus den Baujahren ab 1991 (ohne Neubauten) kosten im kreisweiten Durchschnitt 1 526 Euro je Quadratmeter. Für Neubauten liegt der durchschnittliche Preis bei über 3.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Auch Mieten werden teurer

Der Grundstücksmarktbericht geht neben den Immobilienpreisen auch auf das Wertniveau von Resthofstellen, Mehrfamilienhäusern, Abbauland, landwirtschaftlichen Flächen und vielen weiteren Grundstücksmärkten ein. Ein Schwerpunkt sind zum Beispiel die Mietübersichten für Wohnungen, Läden und Büros.

Die mittlere Nettokaltmiete für eine 80 Quadratmeter-Wohnung aus dem Baujahr um 2000 in mittlerer Lage liegt zurzeit bei 5,50 Euro pro Quadratmeter. Je nach Lage liegen die Mietpreise im Landkreis zwischen 4,50 und 8,20 Euro pro Quadratmeter. „Bei Neubauten sind die Mieten teilweise noch teurer“, ergänzt Bauer.

Der komplette Grundstücksmarktbericht kann in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses eingesehen und erworben sowie im Internet unter www.gag.niedersachsen.de gebührenpflichtig heruntergeladen werden.

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