Dauer des Verfahrens führt zur Einstellung

Indoorplantage: Gericht legt Fall nach neun Jahren zu den Akten

Nienburg - Von Andreas Wetzel.  Das Schöffengericht stellte jetzt ein Strafverfahren aus dem Jahr 2009 ein. Ein 39-jähriger Rumäne aus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya war angeklagt worden, vor neun Jahren in Hoya und Bücken jeweils eine Indoorplantage betrieben zu haben, in der er Haschischpflanzen züchtete.

Aufgrund eines Hinweises war die Polizei damals auf die Anlagen aufmerksam geworden. Die Ordnungshüter durchsuchten die entsprechenden Objekte in Hoya und Bücken und fanden jeweils 400 Cannabispflanzen, die sie sicherstellten. Einer der Betreiber soll der Angeklagte gewesen sein. Gegen mindestens zwei weitere Beteiligte ermittelte die Polizei ebenfalls, wobei sich die anschließenden Ermittlungen und Strafverfahren sehr schwierig gestalteten. So wurden die diversen Strafverfahren gegen die Beteiligten getrennt verhandelt. Bereits vor drei Jahren wurde das Verfahren gegen zwei mutmaßlich Komplizen eingestellt, die den Rumänen als Drahtzieher beschuldigten. 

Als jetzt gegen den Rumänen verhandelt werden sollte, sollten die beiden geladen werden. Das war jedoch nicht möglich, da einer mittlerweile in Dänemark lebt und für die deutsche Justiz nicht zur Verfügung steht und der andere in Tschechien aufgrund eines anderen Drogendeliktes eine Haftstrafe verbüßt. Eine Anfrage des Schöffengerichtes an die tschechische Justiz zur Überstellung des Angeklagten möglich wurde abgelehnt. Lediglich eine Vernehmung in einer tschechischen Justizvollzugsanstalt wurde in Aussicht gestellt.

Aufgrund des Wechsels verschiedener Zuständigkeiten innerhalb der Staatsanwaltschaft und auch des Gerichtes verzögerte sich das Strafverfahren immer wieder. Da zudem die beiden Hauptbelastungszeugen nicht zur Verfügung standen und sich das Verfahren über mehr als neun Jahre hingezogen hatte, sah das Gericht keine andere Möglichkeit, als der Einlassung des Angeklagten zu glauben, dass er lediglich für die Pflege der Anlage zuständig war. Aufgrund dessen stellte das Gericht das Verfahren ein. Für die Einstellung sprach weiterhin die lange Dauer des Strafverfahrens.

Rubriklistenbild: © dpa

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