Tödlicher Fehlschuss

Jagdunfall in Marklohe: Tierschutzorganisation PETA will Ende der „Hobbyjagd“

Ein Jagdgewehr wird angelegt.
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„Schießwütige Spaßjäger“ oder „passionierte, verantwortungsvolle Menschen“: Zwischen den Einschätzungen von PETA und Ralf Eickhoff, dem Vorsitzenden der Nienburger Jägerschaft, liegen Welten.

Die Tierrechtsorganisation PETA fordert ein Ende der „Hobbyjagd“ in Deutschland. Fehlschüsse verursachen schweres Tierleid.

Marktlohe – Anlass ist die Berichterstattung über den tödlichen Jagdunfall in Marklohe, unter anderem in der vergangenen Blickpunkt-Ausgabe. Im März hatte im Revier Oyle-Kroge ein Jäger einen Kollegen erschossen, weil er diesen mit einer Nutria verwechselt haben soll. Aktuell hat die Staatsanwaltschaft Verden in diesem Fall Anklage wegen fahrlässiger Tötung beim Nienburger Schöffengericht erhoben.

PETA: Erhebliches Leid durch Fehlschüsse

Laut PETA werde jedes Jahr Hunderttausenden von Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt. Zudem würden Hobbyjäger mehrere Dutzend Menschen töten und verletzen. „Wie viele Lebewesen müssen noch verletzt werden oder sterben, bevor die Hobbyjagd endlich verboten wird?“, fragt Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schießwütige Spaßjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig“, fordert Michler.

Jägerschaft: Reine Berufsjagd ist unrealistisch

Das sieht Ralf Eickhoff, Vorsitzender der Nienburger Jägerschaft, vollkommen anders. „Revierjäger ballern nicht wild drauf los. Das sind passionierte, verantwortungsvolle Menschen“, ärgert sich Eickhoff über die PETA-Vorwürfe. Eine reine Berufsjagd sei unrealistisch. Außerdem habe Deutschland ein gut funktionierendes Reviersystem.

Eickhoff: Revierjäger sind gut ausgebildet

Selbstverständlich komme es auch zu Fehlschüssen. Das sei bei Berufsjägern aber nicht anders. Schließlich seien Revierjäger gut ausgebildet. Für solche Situationen müsse jedes Revier Hunde vorweisen, die das angeschossene Wild aufspüren. In schweren Fällen könnten Jäger eigens ausgebildete Schweißhundeführer mit deren Hunden anfordern. Auch Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen, streitet Eickhoff nicht ab. Die gebe es aber ebenfalls im Straßenverkehr und vielen weiteren Bereichen.

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