Cup und Cino bietet Frauen sichere Umgebung

Kampagne „Luisa ist hier“ startet in Nienburg

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Gemeinsam haben sie „Luisa“ nach Nienburg geholt (von links): Myriam Stegemann von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle, Georgios Pechlevanoudis vom Cup und Cino und die städtische Gleichstellungsbeauftragte Sarah Peters. 

Nienburg - Von Johanna Müller. Nach Hilfe zu fragen, ist nicht immer einfach. Besonders dann nicht, wenn viele Fremde dabei sind und der Auslöser des Hilfegesuchs auch noch mit am Tisch sitzt. Frauen, die in eine solche Situation geraten, soll nun durch eine neue Kampagne in Nienburg geholfen werden.

„Luisa ist hier“ verspricht seit dieser Woche als erster Kooperationspartner Georgios Pechlevanoudis vom Cup und Cino. Die Idee hinter der Luisa-Kampagne ist genauso simpel wie effektiv: Gerät eine Frau oder ein Mädchen in eine unangenehme Situation, wird vielleicht sogar bedrängt oder belästigt, dann fragt sie eine eingeweihte Person: „Ist Luisa hier?“

Im Cup und Cino haben ab sofort alle Mitarbeiter eine Antwort auf diese Frage. Diese Reaktion kann ganz individuell ausfallen. „Der Fokus liegt nicht darauf, was passiert ist, sondern was die Frau in diesem Moment braucht“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nienburg Sarah Peters. Dies könne einfach ein Taxi sein, dass sie nach Hause bring, oder auch Kontakt zu einem Beratungsstelle oder einem Arzt.

Mitarbeiter helfen in jeder Situation 

In jedem Fall haben die Mitarbeiter ein offenes Ohr für die Betroffene und werden sich um sie kümmern. "Und sei es nur, dass die Frau erst mal aus der Schusslinie kommt“, erklärt Pechlevanoudis, der die Aktion gerne unterstützt.

Bereits Ende des vergangenen Jahres gab es Gespräche zwischen dem Gastronomen und der Gleichstellungsbeauftragten, die die Kampagne gemeinsam mit Myriam Stegemann von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle nach Nienburg holen wollte. Pechlevanoudis sagte eine Zusammenarbeit direkt zu – auch als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Nienburg-Service. Denn jetzt geht es darum, weitere Partner mit ins Boot zu holen.

In erste Linie werden Gastronomiebetriebe angesprochen, weil sich dort Menschen treffen. „Wir möchten die Kampagne aber auch ausweiten und auch Geschäfte oder Schwimmbäder ansprechen“, erklärt Stegemann. Erste Gespräche etwa mit dem Wesavi und der Neuen Apotheke habe es schon gegeben. Denn auch wer sich auf der Straße unwohl fühlt und Hilfe benötigt, könne jederzeit bei einem der Partner nach Luisa fragen. „Es geht darum, einen Anlaufpunkt zu haben. Das Cup und Cino passt sehr gut, weil wir jeden Tag geöffnet haben und sehr zentral liegen“, erklärt Pechlevanoudis.

Fragen ohne Hemmung

Dadurch, dass unverfänglich nach einer angeblichen Freundin gefragt wird, sinkt zudem die Hemmschwelle, sind sich die Initiatoren einig. Nach Hilfe zu fragen und die missliche Lage eventuell noch begründen zu müssen, sei eine Herausforderung. Wer aber Luisa braucht, soll ohne ins Detail gehen zu müssen, in eine sichere Umgebung gebracht werden.

Bundesweit gibt es diese Aktion. Ins Leben gerufen wurde sie vom Frauen-Notruf Münster. Rund 40 Städte sind bereits dabei. Eine Idee der Initiatoren sei es auch, Frauen in Zeiten von Online-Dating eine sichere Umgebung zu bieten, erklärt Peters. Frauen werden besonders angesprochen, da sie eher betroffen seien – 85 Prozent der Hilfebedürftigen seien weiblich. Aber auch Männer, die die Code-Frage kennen, dürfen damit auf eine missliche Lage aufmerksam machen.

Ernstes Thema 

„Es ist wichtig, dass das Thema ernst genommen wird“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Dabei sei es egal, wie oft nach Luisa gefragt werde. Wenn schon einer Frau damit geholfen wurde, sei die Aktion ein Erfolg.

Dass auch in Nienburg tatsächlich Situationen gibt, in denen besonders Frauen oder Mädchen Hilfe von Fremden benötigen, weiß auch der Gastronom Pechlevanoudis. Er schätzt, dass es in seinem Lokal einmal im Monat einen solchen Fall gibt – vielleicht zeigt diese Kampagne nun, dass es noch mehr Betroffene gibt.

Lokale oder Geschäfte, die gerne Teil der Kampagne werden möchten, können sich bei Myriam Stegemann unter Tel. 05021/61163 melden. Kosten entstehen nicht. Werbemittel werden aus dem Budget der Gleichstellungsbeauftragen gezahlt. Alle Partner und weitere Infos gibt es im Internet auf www.luisa-ist-hier.de.

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