Polizei registriert 47 Laster mit Verstößen

Lkw-Fahrer zu lange auf Straße

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Auch auf technische Mängel wurden die Lkw überprüft.

Langendamm - Von Max Brinkmann. Donnerstagmorgen am Rehagen: An der Straße, die parallel zur B6 verläuft, stehen zahlreiche Lkw. Grund ist eine Großkontrolle der Polizei.

Bis zu acht Lastkraftwagen können hier in Langendamm gleichzeitig auf Herz und Nieren – oder besser gesagt, auf Motor und Inhalt – geprüft werden. Pressesprecher Axel Bergmann erklärt: „Das ist die Kontrollgruppe Nord. Sie setzt sich aus vielen verschiedenen Behörden zusammen. Insgesamt 60 Personen sind hier im Einsatz.“ Neben Polizeibeamten aus den Inspektionen Nienburg/Schaumburg, Hildesheim und Hameln/Holzminden sind unter anderem auch die Hauptzollämter Osnabrück und Hannover dabei.

Die Lkw werden auf technische Mängel, Ladungssicherung und der Fahrer natürlich auf Führerschein und Fahrzeugpapiere, sowie Verkehrsvergehen geprüft. Egal ob der Lkw Lebensmittel oder Gefahrgut transportiert, bei der Kontrollgruppe Nord gibt es für alles einen Spezialisten. In gut einer Stunde sind die meisten Laster komplett durchgecheckt.

Gut 60 Prozent Fehler-Quote

Bei einer Großkontrolle gibt es einen Beobachtungsposten, der auffällige Fahrzeuge entdeckt und an die Kollegen weitergibt. Kurz vor Langendamm werden sie dann aus dem Verkehr gezogen. Es sind übrigens immer Laster aus ganz Europa dabei.

„Bei fast jedem Fahrzeug finden wir Mängel“, sagt Bergmann. So auch am Donnerstag: Von 87 kontrollierten Wagen, wurden bei 47 Fehler festgestellt. Der häufigste Verstoß war mit 42 Fällen gegen das Fahrpersonalrecht – also die Fahr- und Ruhezeiten, die die Angestellten einhalten müssen. Nicht immer ist bei solchen Verstößen der Fahrer Schuld, oft werden im Nachhinein auch Anzeigen gegen die Firmen geschaltet.

Zwei Fahrer müssen im Hotel übernachten

Der härteste Verstoß, an den sich Bergmann erinnern kann, war bei der letzten Großkontrolle im Mai: Ein Lkw hatte zwei gebrochene Bremsscheiben. Einen ähnlichen Fall gab es auch am Donnerstag: Ein britischer Lkw hatte nach Begutachtung durch einen Sachverständigen so erhebliche Mängel, dass er in eine Werkstatt in Nienburg geschleppt werden musste.

Die beiden Fahrer mussten bis Freitag in einem Hotel übernachten und durften erst nach umfangreichen Reparaturen weiterfahren. Zusätzlich zu den Reparaturkosten gibt es ein Bußgeld in Höhe von 300 Euro gegen den Halter und 105 Euro gegen den Fahrer.

Zehn Sicherheitsleistungen

Während der sieben Stunden langen Großkontrolle gab es außerdem sechs Zollverstöße, zwei Mautverstöße, einen Verstoß gegen die Futtermittelverordnung, vier Strafanzeigen wegen Betruges, eine Anzeige wegen Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz. Außerdem fuhr ein Fahrer ohne Fahrerlaubnis und einer hat gegen das Waffengesetz verstoßen.

Des Weiteren wurden zehn Sicherheitsleistungen mit einer Gesamtsumme von 1 800 Euro einbehalten. straffällige Fahrer müssen dieses Geld hinterlegen, wenn sie aus einem Land kommen, mit dem Deutschland kein Abkommen hat.

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