Verfahren wird eingestellt

Mann beleidigt Rettungsassistenten

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Im vergangenen Jahr beleidgte ein Mann zwei Rettungsassistenten. Nun wurde das Verfahren eingestellt. Trotzdem sei es absolut nicht zu tolerieren, dass Menschen, die helfen wollen, attackiert werden, so die Richter.

Ende Mai 2017 hatten sich einige Freunde in Liebenau zusammengefunden, um das erste schöne Wetter zu nutzen und eine Grillparty zu feiern. Dort wurde auch reichlich Alkohol getrunken. Zu viel für eine junge Dame, die letztlich bewusstlos liegen blieb und für sie einen Rettungswagen gerufen werden musste.

Als die Sanitäter sich um die junge Frau kümmern wollte, war sie jedoch soweit wiederhergestellt, dass sie jedes weitere Hilfsangebot ablehnte, was wiederum ihren Freund auf den Plan rief, der – ebenfalls reichlich unter Alkoholeinfluss stehend – in das Geschehen eingriff und die Besatzung des Rettungswagens aufforderte, seiner Freundin zu helfen.

Junger Mann pöbelte

Der Freund konnte oder wollte nicht verstehen, dass die Rettungswagenbesatzung die Freundin nicht so ohne Weiteres in den Rettungswagen geschweige denn ins Krankenhaus bringen könnten. Er war derart erzürnte, dass er die Rettungswagentür aufriss und damit der Rettungsassistentin gegen die Schulter schlug. Sie bekam ein großes Hämatom an der Schulter. Aufgrund dieses Angriffes flüchteten die Rettungssanitäter in ihren Rettungswagen und verschlossen diesen, was den jungen Mann noch weiter in Rage brachte.

Er schlug mit einem Feuerzeug gegen die geschlossene Fensterscheibe und drohte den Rettungsassistenten: „Ich ziehe euch beiden die Haut ab! Ich bringe euch um!“ und bezeichnete die Assistentin als „Nutte“ und „Hure“. Die Rettungsassistenten sahen keine andere Möglichkeit mehr als die Polizei zu Hilfe rufen. Bei der Aufnahme des Tatbestandes stellten die Polizeibeamten fest, dass der junge Mann bei der Atemprobe einen Pegel von 1,8 Promille aufwies.

Warnung vom Gericht

In der Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Nienburg zeigte sich der junge Mann reumütig und räumte die Taten – soweit er sich daran erinnern konnte – vorbehaltlos ein. Er wollte sich bei der Rettungsassistentin entschuldigen. Durch einen unglücklichen Umstand konnte sie jedoch nicht vor Gericht erscheinen. Das Gerichts wollte das Strafverfahren gegen eine Geldauflage zugunsten der Rettungsassistentin einzustellen. Hierzu wurde die Verhandlung unterbrochen, um mit der Rettungsassistentin zu telefonieren und um ihr Einverständnis einzuholen. Die Staatsanwaltschaft, die zunächst eine Bestrafung für erforderlich hielt, erklärte sich letztlich doch mit dieser Maßnahme einverstanden, sodass das Verfahren eingestellt werden konnte.

Durch Staatsanwaltschaft und das Gericht wurde dem Angeklagten mehr als deutlich zu verstehen gegeben, dass – sollte es zu einem weiteren Vorfall dieser Art kommen – er mit keinerlei Nachsicht mehr rechnen kann. Es sei absolut nicht zu tolerieren, dass Menschen, die helfen wollen, attackiert werden.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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