Gericht verurteilt Täter zu Freiheitsstrafen

Nienburg: Nachbarschaftsstreit eskaliert

Nienburg - Von Andreas Wetzel. Zwei 29-jährige Nienburger mussten wir vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten. Sie hatten im Dezember 2017 einen Nachbarn derart angegriffen hatten, dass dieser mit Kopfverletzungen mehrere Tage im Krankenhaus verbringen musste. Der Schlägerei vorangegangen war ein seit Längerem schwelender Nachbarschaftsstreit.

Am Tatabend hatten die beiden Angeklagten im Keller gesessen und Alkohol getrunken. Hierbei war der Entschluss gereift, dem 47-jährigen Nachbarn einen „Denkzettel“ zu verpassen. Also warfen die Angeklagten Schneebälle gegen die Terrassentür, um auf sich aufmerksam zu machen. Als der Geschädigten schließlich vor die Tür kam, griffen ihn die beiden Angeklagten an und attackierten ihn. Vermutlich mit einem Knüppel oder Baseballschläger schlugen sie dem Opfer auf den Kopf. In der Folge stürzte der Angeklagte zu Boden und zog sich weitere Kopfverletzungen zu. Einer der Angeklagten soll ihm dann noch ins Gesicht getreten haben.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten gefährliche Körperverletzung vor, da sie den Angriff gemeinschaftlich mit einer Waffe und einer lebensbedrohlichen Handlung begangen hätten. In der Hauptverhandlung wurden der Geschädigte sowie der aufnehmende Polizeibeamte vernommen. Ein Verteidiger monierte, dass bei der Anzeigeerstattung nichts von einem Knüppel oder Baseballschläger erwähnt wurde.

Nach Abschluss der Beweisaufnahme beantragte die Staatsanwaltschaft für die Angeklagten je ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Für einen Angeklagten forderte sie die Einbeziehung einer noch offenen Vorverurteilung und Erhöhung der Freiheitsstrafe um weitere drei Monate.

Ein Verteidiger hingegen forderten eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung und eine geringere Strafe, während der andere Verteidiger auf Freispruch plädierte, da seinem Angeklagten eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werde könne.

Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu je einem Jahr undsechs Monaten Freiheitsstrafe, erhöhte die Strafe des einen Angeklagten für die Vorverurteilung um weitere zwei Monate. Es sah sich allerdings nicht mehr in der Lage, die Strafen zur Bewährung auszusetzen, da beide Angeklagte keine unbeschriebenen Blätter mehr waren. Gegen den Angeklagten, der bereits eine offene Vorverurteilung in den Akten stehen hatte, war ein weiteres Verfahren wegen Betruges anhängig, welches in Hinblick auf die hier ergangene Bestrafung eingestellt wurde.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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