Franz Fischer Spedition beteiligt sich an Pilotprojekt

Nienburg: Parkplätze für LKW schaffen

Nienburg - Die Franz Fischer Spedition in Nienburg ist die erste niedersächsische Spedition, die sich – vorerst in einer Testphase – an einem Projekt beteiligt, das die öffentlichen LKW-Parkplätze an den Autobahnen entlasten soll. Im Rahmen der Initiative können Fahrer anderer Speditionen dort parken und die Sanitäranlagen und Aufenthaltsräume nutzen.

Dank der Initiative sollen in Niedersachsen bis zum kommenden Jahr 400 neue Lkw-Parkplätze auf Firmengeländen entstehen. Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) stellte das Projekt des Transportgewerbe-Versicherers Kravag in Hannover vor. 

Die Kravag will bei ihr versicherte Unternehmen dafür gewinnen, ihre Firmengelände als Parkplätze für die Fahrer anderer Speditionen zu öffnen. Bundesweit 200 Speditionen – 40 davon in Niedersachsen – sollen von September an nach und nach in das Projekt eingebunden werden.

„Eine starke Idee, die ein echtes Problem unkompliziert und schnell löst“, sagte Althusmann. „Fehlende Lkw-Parkplätze sind zu einer realen Verkehrsgefährdung geworden.“ Das Ministerium unterstützt das Projekt in der Startphase. 

Der Versicherer hatte bereits eine App gestartet, über die Lkw-Fahrer sich gegenseitig freie Stellplätze melden können und die Fahrern anzeigt, wo in der für sie erreichbaren Umgebung noch Plätze frei sind.

Projekt soll Raststätten entlasten

Ebenfalls über die App sollen nun die Stellplätze auf den gesicherten Firmenarealen reserviert werden können. Der Versicherer möchte dazu auch eine Schließtechnik auf den Firmenhöfen installieren, die dann den anderen Fahrern die Zufahrt erlaubt.

In Niedersachsen gibt es derzeit rund 10.400 Lkw-Parkplätze auf Rastanlagen und Autohöfen entlang der Autobahnen. Allein seit 2009 sind 2.950 zusätzliche Parkplätze für Lastzüge entstanden, weitere 210 sind im Bau. Schwerpunkte sind die Autobahnen 1, 2 und 7. 

Für die auf Firmengeländen reservierten Parkplätze soll zwar eine kleine Gebühr fällig werden, der Versicherer rechnet aber die Kosten gegen, die den Speditionen durch Ladungsdiebstähle entlang der Autobahnen entstehen. Der Schaden belaufe sich auf jährlich rund 1,2 Milliarden Euro in Deutschland.

Rubriklistenbild: © dpa/Arnulf Stoffel

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