Gemeinsam auf Nienburgs Straßen tanzen

Pellkartoffelessen und Zapfenstreich sollen eins werden

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Das Pellkartoffelessen bleibt – aber es soll verlegt werden.

Nienburg - Von Johanna Müller. Ein richtiges Fest – das plant die Blaue Garde jetzt für die Nienburger. „Wir wollen auf der Straße tanzen“, fasst Jürgen Folk den Plan der Bürgerkompanien zusammen.

Dafür wird das traditionsreiche Scheibenschießen wieder mal etwas umgestaltet: Unter dem Motto „Matjes bis zum Zapfenstreich“ soll das Pellkartoffelessen verschoben und gemeinsam mit dem Zapfenstreich am Samstag, 23. Juni, zelebriert werden. Bisher kennzeichnete diese Veranstaltung das Ende der Festwoche. Früher wurde am Mittwoch nach der Gerichtsverhandlung der Blaugardisten gemeinsam auf der Langen Straße gegessen, vor vier Jahren wurde diese Tradition auf den Freitag gelegt. Schon damals war es das Ziel, das Pellkartoffelessen aufzuwerten. Dieser Plan ging jedoch nicht ganz auf.

Zum Pech mit dem Wetter kam hinzu, dass durch diese Verlegung das Scheibenschießen-Fest sehr in die Länge gezogen wurde. „Dieser Termin hat sich mehr und mehr verselbstständigt. Es war schwierig für uns zu vermitteln, dass das Scheibenschießen bis Freitag geht“, erklärte gestern bei einem Pressegespräch im Ratskeller Martin Kraum, der innerhalb der Garde die für das Pellkartoffelessen zuständige Kommission leitet.

MuPeKo macht zwei Veranstaltungen zu einer

Daher hat er sich gemeinsam mit Frank Brümmer und Andreas Kalusche Gedanken um die Zukunft des Festes gemacht. Das Trio hat sich Folk mit uns Boot geholt und vorgeschlagen, aus zwei eher kränkelnden Veranstaltungen eine zu machen. „Angelehnt an unsere Regierung haben wir jetzt die MuPeKo – die Musik-Pellkartoffel-Kommission“, erklärt Kapitän Werner Siemann, der das Vorhaben unterstützt.

Der Zapfenstreich hat in den vergangenen Jahren bereits eine Aufwertung erfahren. Es habe sich bewährt, das Fest von Sonntag auf den Samstag vorzuverlegen. Gut angenommen wurde auch, dass im vergangenen Jahr zwei Bühnen in der Altstadt aufgebaut wurden. An diesen Erfolg soll nun angeknüpft werden.

„Matjes bis zum Zapfenstreich“

Planen gemeinsam das neue Fest für Nienburg (von links): Andreas Kalusche, Jürgen Folk, Martin Kraum, Werner Siemann, Ralf Weghöfft und Frank Brümmer.

Gleich drei Bühnen sollen bespielt werden, kündigt Folk an. Eine wie gehabt auf dem Kirchplatz und zwei an der Langen Straße. Vor der geplanten Wissensburg und auf Höhe von Sport Hiller soll es Programm geben. Ungefähr in dem Bereich dazwischen wird die Matjes-Tafel aufgebaut. Diese soll dann in T-Form auch wieder bis auf den Marktplatz reichen. Allerdings wird der Schmaus nicht mehr mittig auf der Langen Straße stattfinden können. 

Zum Zapfenstreich gehört es nämlich, dass die Blaue Garde sowie mehrere Spielmannszüge durch die Stadt marschieren. Daher werden die Tische etwas zur Seite gerückt. So lässt es sich dann auch besser auf der Straße tanzen – dazu ist passende Musik geplant. „Wir wollen mal etwas anderes bieten, als in den vergangenen Jahren in Nienburg auf den Bühnen stand“, kündigt Folk an. Damit soll ein möglichst breites Publikum angesprochen werden. „Beim Blaue-Garde-Ball ist es uns gelungen, dass Jung und Alt zusammenkommen. Das wollen wir wieder schaffen“, erklärt Siemann.

„Und für die dritte Halbzeit ist auch gesorgt“, sagt Kraum mit Blick auf das an diesem Tag angesetzte Spiel der deutschen Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft in Russland. Die Partie gegen Schweden soll in der Stadt übertragen werden – danach können Fußballsbegeisterte direkt bleiben.

Ausschuss berät am 13. Februar

Die Unterstützung des Bürgermeisters haben sie bereits, sagt Kraum, der Gespräche mit der Stadt bezüglich der Fusion von Zapfenstreich und Pellkartoffelessen geführt hat. Diese ist schließlich der Veranstalter. „Eine unbekannte Größe bleibt aber“, gibt er zu bedenken. Der zuständige Fachausschuss für Sicherheit und Ordnung berät sich am kommenden Dienstag, 13. Februar. Dann hat die Politik die Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Entscheiden muss im Anschluss noch der Rat. Die Blaue Garde ist jedoch zuversichtlich, dass ihre Idee mitgetragen wird. „Das, was wir jetzt machen, ist zukunftsweisens“, sagt Folk.

Ein kleiner Rückschritt zum alten Brauch ist die Verlegung des Zapfenstreichs: Erst um 24 Uhr werden die Blaugardisten aufgerufen nach Hause zu gehen. In den vergangenen Jahren wurde dieses Zeremoniell bereits eine Stunde zuvor begangen. Die restlichen Gäste dürfen dann noch etwas weiterfeiern.

Stadt unterstützt Fest

Auch die Wirte haben dem neuen Konzept zugestimmt und tragen dieses mit. Wieder dabei sind Horst Rinne vom Ratskeller, Georgios Pechlevanoudis vom Cup und Cino, Jens Bokeloh von der Genusswirtschaft Kanzler und Benjamin Michaelis vom Maximilian. Sie tragen auch gemeinsam mit der Stadt, der Blauen Garde und Sponsoren die Kosten für das Spektakel.

Traditionell werden an der langen Tafel wieder Matjes mit Pellkartoffeln serviert. Erstmals soll es außerdem „Fish and Chips“ – also Backfisch mit Pommes – geben, sagt Kraum. Außerdem wollen die Wirte das Fest auch optisch schöner gestalten und kleine Zelte aufstellen. „Sodass wir etwas unabhängiger vom Wetter werden“, erklärt Kraum, der dieses Fest als Neuanfang sieht. Für die gute Zusammenarbeit bedankt sich die Kommission schon jetzt bei den Wirten und besonders der Stadt, die die Spielmannzüge sponsert. Aus Erichshagen-Wölpe, Holtorf und Nienburg habe die Verwaltung bereits Zusagen.

Als Highlight kommt außerdem der Musikzug aus Hoya. Die Musikanten werden wieder durch die Straßen ziehen, aber auch an der Bühne am Rathaus die Gäste unterhalten. Dort sollen auch kurze Interviews mit den Gruppen geführt werden. Der neue Plan steht also. Jetzt hat Kraum nur noch einen Wunsch „Petrus muss auch mitspielen."

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