Prävention zahlt sich aus

Polizei und Fachfirmen beraten im Polizeimuseum

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Nienburg - Von Johanna Müller. Rechtzeitig zum Beginn der dunklen Jahreszeit verstärkt die Polizei wieder ihre Beratung zum Thema Einbruchschutz. Seit 2012 gilt der letzte Sonntag im Oktober, der Tag, an dem die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden, als „Tag des Einbruchschutzes“. Die Idee dieses Thementages ist, dass sich Hauseigentümer die eine Stunde mehr für Gedanken zum Einbruchschutz nehmen sollen, erklärt Polizeipressesprecher Axel Bergmann.

In Nienburg wurde die Aktion bereits im vergangenen Jahr in eine „Woche des Einbruchschutzes“ verlängert. Aufgrund der sehr erfolgreich verlaufenen Aktion 2016 bietet die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg in einer Kooperation mit dem Polizeimuseum auch in diesem Jahr wieder mehrere Tage an, an denen es rund um das Thema Einbruchschutz geht.

Der Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Frank Kreykenbohm, eröffnet die Themenwoche am Mittwoch, 25. Oktober, um 11 Uhr. Bis Samstag, 28. Oktober, finden interessierte Besucher in den Räumen des Polizeimuseums in Nienburg, Lange Straße 20, dann jeweils zwischen 11 Uhr bis 17 Uhr fachkundige Polizeibeamte sowie speziell zertifizierte Fachunternehmen aus dem Handwerk und der Sicherheitsbranche vor. Hier können sich Gäste umfassend und fachkundig über die Möglichkeiten von funktionierenden Maßnahmen informieren, die Einbrechern das Leben schwer machen sollen. 

Fördermöglichkeiten erkennen 

Für die spätere Lektüre gibt es eine Reihe von Informationsbroschüren aus dem Programm „Polizeiliche Kriminalprävention“ zum Mitnehmen. Darin sind unter anderem auch Hinweisen auf Förderungsmöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelistet. Alle Fragen rund um Förderprogramme beantwortet die Klimaschutzagentur Mittelweser direkt im Polizeimuseum. „Wenn die Finanzierung noch eine Hemmschwelle ist, beraten wir Interessenten gerne zu den Möglichkeiten“, sagt Ulrike Gieger-Graßl von der Agentur.

Auch an den anderen Ständen der Fachunternehmen können die Tipps und Hinweise der Polizei gleich mit Fachleuten aus der Region besprochen werden, die diese Maßnahmen vor Ort umsetzen auch können. Die Zusammenarbeit mit diesen speziell geschulten Unternehmen hat sich über die Jahre bewährt. Insbesondere auch, weil durch diese Kooperation, die das Landeskriminalamt für Niedersachsen koordiniert, alle Beteiligten genau wissen, worüber man spricht, sagt Polizeisprecher Bergmann. 

Prävention zahlt sich aus 

Und das Engagement von Polizei und Fachfirmen in diesem Bereich hat bereits erste Erfolge hervorgebracht: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Niedersachsen und Bremen im ersten Halbjahr 2017 zurückgegangen. Genaue Zahlen haben die Ermittler in Hannover und Bremen aber noch nicht veröffentlicht, weil die Zahl der Taten im Laufe des Jahres erfahrungsgemäß stark schwankt.

2016 stieg die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Niedersachsen noch um 13,1 Prozent auf 16.575 an. Eine Erklärung für den aktuellen Rückgang sei, dass es in der Bevölkerung ein größeres Sicherheitsbewusstsein gebe, sagte Dirk Behrmann vom niedersächsischen Landeskriminalamt. Prävention spiele also eine wichtige Rolle. Außerdem konnten die Ermittler in diesem und dem vergangenen Jahr mehrere Serien-Einbrecher und kriminelle Banden schnappen. Dafür arbeiteten die Beamten aus Niedersachsen auch mit Kollegen aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden zusammen. 

Eingriff in Privatsphäre

Die Chefin der Opferorganisation Weißer Ring, Roswitha Müller-Piepenkötter, beklagt allerdings eine geringe Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr nur knapp 17 Prozent der Taten aufgeklärt. In Niedersachsen waren es im vergangenen Jahr rund 21 Prozent. „Das ist äußerst unbefriedigend“, sagt Müller-Piepenkötter.

Ein Wohnungseinbruch bedeute neben dem materiellen Schaden auch einen massiven Einbruch in die Privatsphäre der Betroffenen, unter dem diese oft langfristig leiden, so Müller-Piepenkötter. „Immer häufiger werden internationale Banden in ganz Deutschland tätig.“ Eine höhere Aufklärungsquote würde der Abschreckung und damit dem Opferschutz dienen, sagt Müller-Piepenkötter. 

Hochsaison beginnt erst 

Auch bei der Polizei sei die rückläufige Tendenz noch kein Grund zur Euphorie: Jetzt im Herbst und Winter stehe die Hochsaison für Einbrüche schließlich noch bevor.

In Nienburg haben im vergangenen Jahr weit über 100 Besucher die Ausstellung und Beratung im Polizeimuseum aufgesucht, auch aus dem Umland reisten eine Reihe von Interessenten an.

Für dieses Jahr wird eine ebenso große Beteiligung erwartet – die Polizei und die Aussteller freuen sich darauf

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