Bilanz eines erfolgreichen Jahres

Polizei stellt Sicherheitsbericht 2017 vor

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Polizeivizepräsident Bernd Wiesendorf (zweiter von links) , Polizeipräsident Uwe Lührig (zweiter von rechts) und Polizeiinspektionsleiter Frank Kreykenbohm (rechts) erläutern den Sicherheitsbericht.

Nienburg - Von Hartmut Grulke.  2017 war ein erfolgreiches Jahr für die Polizei. So war es bei der Vorstellung des Polizeisicherheitsberichtes zu vernehmen. Polizeipräsident Uwe Lührig zog positive Bilanz. 

Sitzen die amtsbekannten Täter gerade ein, sind sie im Urlaub oder tragen die verstärkten Bemühungen der hiesigen Polizei ihre ersten Früchte? Prävention ist nie direkt messbar. Gleichwohl wartet die Statistik mit gesunkenen Fallzahlen im Bereich der Einbruchsdiebstähle auf. Auch die Aufklärungsquote kann sich sehen lassen. Über 64 Prozent sind es im Bereich der Polizeidirektion Göttingen, zu der auch die Polizeiinspektion (PI) Nienburg gehört.

Gefährder festgenommen

Der Sicherheitsbericht der Polizeidirektion Göttingen vermittelt einen Einblick in die aktuelle Lage polizeilicher Arbeit in den Bereichen Einsatz, Verkehr, Kriminalität sowie der Führungs- und Einsatzmittel der Polizei. Aus dem Bereich der Terrorismusbekämpfung wurde vermeldet, dass in Göttingen erstmalig auch zwei Gefährder abgeschoben werden konnten, die noch keine Straftat begangen hatten. Zudem wurden sie aus gefahrenabwehrenden Gründen mit einem lebenslangen Wiedereinreiseverbot belegt. Politisch motivierte Straftaten sowohl links als auch rechts sind von 634 auf 374 um 41 Prozent zurückgegangen.

Straftaten insgesamt seien von 2016 (79 092) bis 2017 (72 798) ebenfalls deutlich zurück gegangen. Auch habe sich die in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Zuwanderung häufig propagierte „Kriminalitätswelle“ durch Flüchtlinge nachweislich nicht bestätigt. Personen mit Flüchtlingsstatus treten nach polizeilichen Feststellungen nicht signifikant häufiger als Straftäter in Erscheinung als andere. 

Mehr Körperverletzungen

Angestiegen um 11,3 Prozent sind dagegen Körperverletzungsdelikte gegen Polizeivollzugsbeamte. Augenscheinlich ist die Bereitschaft, Polizeivollzugsbeamte in Ausübung ihres Dienstes für die Bürger körperlich anzugehen, weiterhin ungebrochen.

Wichtig war es Uwe Lührig auch, die Bevölkerung zu sensibilisieren und zu motivieren, Auffälligkeiten in ihrem Nahbereich auch der Polizei zur Kenntnis zu bringen: „Fällt Ihnen etwas auf, wählen Sie die 110. Und niemand muss Angst haben, dafür mit einer Kostenrechnung bedacht zu werden.“ Polizeivizepräsident Bernd Wiesendorf ergänzte: „Hinweise auf verdächtige Personen und Fahrzeuge werden von uns unverzüglich an die Funkstreifenwagenbesatzungen weitergegeben und überprüft. Und dabei gilt die Formel X plus 20. Bedeutet, dass Polizei so aufgestellt ist, dass innerhalb von 20 Minuten nach Eingang der Meldung auch ein Streifenwagen vor Ort ist und das rund um die Uhr.

Bei der Präsentation in Nienburg waren neben den Medien auch Kommunalvertreter und Führungskräfte der Polizei anwesend.

20 Minuten ist selbstverständlich ein theoretischer Wert. Bei großen räumlichen Entfernungen und hoher Einsatzlage kann er nicht immer erreicht werden, meistens jedoch ginge es noch schneller. Wichtig für die Kommunalvertreter war auch die Aussage Lührigs, keine Station im PI-Bereich schließen zu wollen. Besondere Einsatzlagen könnten jedoch zeitweise zu Personalengpässen auf den Stationen führen.

Durch eine demnächst hohe Pensionierungsrate könnte es zu personellen Engpässen bei der Polizei kommen, so Lührig. Gerade auch im Bereich der Ausbilder für die praktische Polizeiarbeit gäbe es dann Probleme. Bewerber für das Polizeistudium unterliegen oft dem Irrglauben, ihr zukünftiger Einsatzort wäre Nienburg und Umgebung, wenn sie sich für die Polizeidirektion Hannover verpflichten, dabei gehört Nienburg zum Bereich Göttingen. Hier wäre Aufklärungsarbeit geboten. Geworben würde auch ganz intensiv bei Realschülern, die nach einem einjährigen Praktikum und nach dem einjährigen Besuch einer Fachoberschule das Polizeistudium aufnehmen könnten. 

Nachwuchs gesucht 

Den Eignungstest absolvieren sie bereits als Realschüler und wären nach Bestehen der Fachoberschule automatisch Studierende. Frank Kreykenbohm, Chef der Nienburger Polizeiinspektion, würde es begrüßen, wenn sich für den Bereich der PI Nienburg auch junge Interessenten aus der Region bewerben würden. Mit dem Slogan „Mit Sicherheit von Hier“ versuchen die Nienburger etwa mit Videospots auf YouTube auf die Möglichkeiten der Verknüpfung von Dienst, Freizeit und Ehrenamt in der Region aufmerksam zu machen. Wichtig ist auch eine bürgerfreundliche Polizei. Frank Kreykenbohm vermerkte, dass es bei über 32 000 Einsätzen im Jahr 2017 lediglich 15 Beschwerden gab, was ihn etwas stolz mache.

Zum Abschluss der Präsentation zitierte Lührig den Kriminologen und ehemaligen niedersächsischen Justizminister Christian Pfeiffer mit den Worten: „Die Helden bei der Polizei sind nicht die Spezialisten, sondern die normalen Streifenbeamten, die oft unvorbereitet mit schwierigsten Situationen konfrontiert werden und in Sekunden Entscheidungen treffen müssen.“

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