Erneute Welle von betrügerischen Vorfällen

Nienburg: Polizei warnt vor Anrufen falscher Polizeibeamter

Nienburg - Wieder gibt es eine Welle von Betrugs-Anrufen. Die Polizei warnt.

Die Polizei Nienburg warnt erneut und eindringlich vor einer Welle von Anrufen falscher Polizeibeamter und bittet die Bürgerinnen und Bürger um erhöhte Wachsamkeit. In dieser Woche ging in der Inspektion eine Vielzahl von Hinweisen über Anrufe falscher Polizeibeamter aus der Bevölkerung ein, bei denen die Angerufenen vorrangig jedoch richtig reagierten und das Telefonat beendeten.

Bei einer 80-jährigen Nienburgerin begannen die Anrufe bereits Ende vergangener Woche. Zunächst erhielt sie einen Anruf einer angeblichen Polizeibeamtin, die vorgab, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei. Aus diesem Grund wolle man ihr Bargeld nun auf Echtheit überprüfen lassen. Die Geschädigte reagierte richtig und beendete das Telefonat.

Falsche Polizeibeamte: Taxifahrer informiert Beamte

In den nächsten Tagen erhielt sie allerdings wiederholt weitere ähnliche Anrufe, diese Male von einem Mann, der sich ebenfalls als Polizist ausgab und nun massiv auf sie einredete. Auf diese Weise erbeuteten die Täter von ihr mehrere tausend Euro.

Erst als die Frau sich mit einem Taxi am Mittwoch zu einer Bank bringen ließ, um weiteres Bargeld abzuheben, wurde der Taxifahrer misstrauisch und informierte die Polizei. Die Polizei Nienburg informierte noch am selben Tag die umliegenden Taxiunternehmen über das aktuelle Auftreten des Phänomens, verbunden mit der Bitte wachsam zu sein.

Falsche Polizeibeamte: Täter reden auf ältere Frau ein

Erfreulicherweise verhinderte erneut ein Taxifahrer eine weitere Tat. Auch er war eingesetzt, eine 80-jährige Nienburgerin zu einer Bank zu fahren, wo sie eine größere Summe Bargeld abheben wollte. Er wurde misstrauisch und reagierte vorbildlich. Anstatt sie zur Bank zu bringen, brachte er die Dame wieder nach Hause, informierte die Polizei und blieb bis zu deren Eintreffen bei der Frau. Die 80-Jährige bedankte sich im Nachhinein. Sie gab an, von der Betrugsmasche zuvor gehört zu haben. Der Anrufer habe jedoch so geschickt auf sie eingewirkt, dass sie zu dem Schluss kam, dass es sich um die echte Polizei handeln müsse. Er habe ihr empfohlen, dass sie während des Telefonats gleichzeitig die „110“ wählen und sich so seiner Echtheit vergewissern könne. Während beide also noch telefonierten, tippte die Dame die Zahlen in ihr Telefon und der Täter, der sich noch immer in der Leitung befand, konnte sich erneut als Polizist melden. Auf diese Weise erschlich er sich ihr Vertrauen.

„Die Wachsamkeit der beteiligten Personen ist besonders erfreulich. Allerdings gibt die Welle erneuter Anrufe Anlass zur Sorge“, so Polizeipressesprecherin Andrea Kempin. Sie wendet sich aus diesem Grund an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger: „Jede und jeder kann helfen und Taten verhindern! Sprechen Sie bitte mit ihren Eltern und Großeltern, Freunden, Nachbarn und Bekannten über das Phänomen des falschen Polizeibeamten und rufen es so immer wieder ins Gedächtnis. Gehen Sie auch auf die geschickte Gesprächsführung der Täter ein. Die Polizei wird unter keinen Umständen anrufen und um die Aushändigung von Wertgegenständen oder Bargeld bitten. Rufen Sie bitte jederzeit die richtige Polizei an. Beenden Sie hierfür aber zuvor das Telefonat. Gern können Sie auch eine Polizeidienststelle in ihrer Nähe aufsuchen. Sollten Sie dennoch Sorge haben, die Polizei anzurufen, können Sie auch mit Freunden, Nachbarn oder Verwandten sprechen.“

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