Erste Schritte zu „Industrie 4.0“ im Unterricht

BBS Nienburg richtete niedersachsenweiten Workshop zur Robotertechnik aus

Industrie 4.0 hält Einzug in den Unterricht: 14 Berufschullehrer aus ganz Niedersachsen nahmen an einem Roboterworkshop der BBS Nienburg teil.

Nienburg - Im Rahmen der Weiterentwicklung technischer Unterrichtsinhalte trafen an den Berufsbildenden Schulen des Landkreises Nienburg vierzehn Berufsschullehrer aus ganz Niedersachsen zu einem ersten Workshop für Kleinroboter mit industrieller Ausrichtung zusammen.

Auslöser war der vor etwa einem halben Jahr erfolgte Erwerb eines Roboterarms mit vier Bewegungsachsen, der seitdem in der Abteilung „Metalltechnik“ der BBS in moderne Unterrichtskonzepte integriert wird. Bereits im Februar und März wurde die Funktionseinheit von Holger Meiners und Berthold Vahlsing erstmalig im Unterricht mit Schülergruppen genutzt. Hierzu erstellte Unterrichtsunterlagen und die kostengünstige Beschaffung des Roboterarms machten auf Niedersachsenebene den Fachberater Metalltechnik und verschiedene Multiplikatoren auf das programmierbare Gerät und dessen unterrichtliche Einsatzmöglichkeiten aufmerksam. 

Der ‚Arbeitskreises Steuerungstechnik für Metaller‘ wurde jetzt dazu von dem Unternehmen Funduino aus Nordhorn, der regionalen Vertretung für solche Roboter vom Typ Dobot Magician, mit fünf weiteren Robotern und ergänzenden Peripheriegeräten unterstützt.

Die Modelle aus chinesischer Produktion ermöglichen im Unterricht grundlegende Betrachtungen zur Programmierung von Handling-Robotern. Hierzu vorhanden und im Unterricht verwendbar sind verschiedene Werkzeuge, die auch bei den „großen Roboterkollegen“ zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Greifer, Sauger und zukünftig auch ein Laser. Für letzteren hat die Schule einen Laserbeauftragten ausbilden lassen. Weiter ist ein Werkzeug für den 3-D-Druck (Kunststoff) und eine Zeichengerätaufnahme Bestandteil des Werkzeug-Portfolios. „Der Vorzug dieses Systems ist, dass Schülerinnen und Schüler relativ schnell mit dem Roboter selbstständig arbeiten können“, erklärt Fachlehrer Berthold Vahlsing von der BBS. „Es bestehen keine Sicherheitsprobleme durch einen unkontrolliert herumschwenkenden Arm, weil das Gerät sehr klein, die verfügbaren Kräfte gering und die Geschwindigkeiten begrenzt sind.“ 

Sabine Schroeder, Schulleiterin der Berufsbildenden Schulen, lobte die Workshopfortbildung als einen Baustein für den Einstieg in das Thema „Industrie 4.0“ im Berufsschulunterricht. Einhellig waren die Teilnehmer aus ganz Niedersachsen der Meinung, dass der Dobot-Roboter aufgrund der begrenzten Beschaffungskosten und der problemlosen Möglichkeiten des Einsatzes in Schülergruppen besonders für Bündelschulen als „Grundlagensystem“ gut Verwendung finden kann. Ausbaumöglichkeiten mit verschiedenen Sensoren, zum Beispiel zur Farb- oder Werkstückerkennung, sowie die Einbindung speicherprogrammierbare Steuerung, lassen den Ausbau des Systems zu, beispielsweise bis hin zu ganzen Produktionsstraßen.

In der BBS Nienburg haben bereits angehende Industriemechaniker mit dem Roboter gearbeitet. Der Unterricht bei den Maschinen- und Anlagenführern, gegebenenfalls auch den Metallbauern und den Berufsfachschulklassen, ist angedacht. Die Fachgruppe hat dazu vier weitere Geräte, sowie ergänzende Sensoren auf ihrer Wunschliste. Weitere Informationen zum Thema können auf der Internetpräsenz der BBS unter www.bbs-nienburg.de/dobot abgerufen werden.

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